mondän | Bedeutung und Herkunft der lässigen Weltfrauen und -männer
Als "mondän" bezeichnet man jemanden, der sehr elegant, sowie sehr gewandt ist und dabei trotzdem lässig und überlegen agiert. Man könnte auch sagen: im Stil der großen Welt. Dies kann sich in der Lebensführung, dem Kleidungsstil oder den Umgangsformen zeigen. Herkunft des Begriffs ist das französische Wort "mondaine".
Jim: "Was sagst du zu meinen neuen Schuhen, John?"
John: "Mannomann! Du machst mal wieder einen mondänen Eindruck. Die neuen Schuhe, passende Krawatte. Fehlt nur noch der Aston Martin."
Beispiele für die heutige Verwendung von "mondän"
- Wir gingen durch Hongkong und zwischen den einfachen Wellblechhütten erwarteten wir nicht dieses Restaurant und die teils mondänen Gäste.
- Dann ging die Tür des Ferrari 488 Pista auf. Alle erwarteten jemanden stylisch und mondän. Aber der junge Mann sah eher aus, als käme er gerade von der Uni und sein John Deere Cappy schien zu rufen: "Seht ihr, ich kann es mir erlauben."
- Anders als vorne am Meer geht es hier wenig mondän zu. (Quelle: www.mallorcazeitung.es)
- Sein Lebensstil lässt sich als mondän beschreiben - aber irgendwie wirkt es komisch. Es scheint, als würden ihm "die Schuhe nicht passen".
Kennst du noch eine heutige Verwendung von "mondän"?
Kannst du eine heutige Verwendung ergänzen?
Vielen Dank für jedes Beispiel!
Verwendest du das Wort -mondän- in deiner Alltagssprache?
Was bedeutet "mondän" auf Englisch und in anderen Sprachen?
- Englisch: glamorous
- Französisch: glamour
- Italienisch: glamour
- Spanisch: glamoroso
- Holländisch: glamoureus
- Polnisch: Wspaniały
- Türkisch: sofistike
- Esperanto: kompleksa
Gedichte mit "mondän"
Gedicht "Der Moderne" von Rudolf Presber
Der Moderne
Nun hab' ich mein grämliches Winterweh
Sechs Monde mystisch gehütet
Und hab' auf manchem ästhetischen Tee
Pessimistische Eier gebrütet.
Mein Büchlein, das meinen Gram umschloss,
Kam in die besten Familien;
Mein Büchlein, das meinen Kummer ergoss
Auf stilisierte Lilien.
Die schlanken Mondänen durchforschten's mit Fleiß,
Und heimlich lasen's die Zofen;
Und alle tranken literweis
Mein Herzblut aus meinen Strophen.
Sie lobten an meiner Seele Not
Die Feuer, die zuckend verflammten,
Und sprachen von meinem nahen Tod
Mit der Ruhe des Standesbeamten …
Doch heut' ist draußen der Frühling erwacht,
Schon duftet's nach hellen Syringen -
Mein Herz spürt die Sonne und klopft und lacht
Und hört die Knospen springen.
Mein Herz zerreißt seinen Trauerflor,
Meine Jugend wird wieder munter,
Sie haut der Sorge eins hinter das Ohr
Und schmeißt sie die Treppe hinunter.
Vom junggrünen Teppich der Wiese her
Klingen Schalmeien und Tänze …
So werf' ich hinter der Fliehenden her
Die raschelnden Lorbeerkränze.
Und blinzelt zur Nacht mir ein lustiger Stern,
Ich folg' ihm augenblicklich -
O Gott, wie bin ich unmodern!
O Gott, wie bin ich glücklich!
Rudolf Presber (1868 - 1935), deutscher Journalist, Dichter, Dramatiker, Romancier und Erzähler
Synonyme für "mondän"
-
modern, elegant, schnieke, vornehm, stylisch, exklusiv, schick, weltmännisch
-
modisch, schmuck, chic, extravagant, aufgetakelt, glamourös
- von Welt, weltmännisch, weltgewandt, exklusiv, fashionable
Kennst du ein weiteres Synonym für "mondän"?
Kannst du ein (weiteres) Synonym ergänzen?
Artikel zum Thema auf blueprints
Ein schönes Gedicht zum Thema hat Kurt Tucholsky geschrieben.
Das Ideal von Kurt Tucholsky
Kurt Tucholsky (9. Januar 1890 in Berlin; † 21. Dezember 1935 in Göteborg) verstand sich selbst als linker Demokrat. Er hat in seiner Rolle als Gesellschaftskritiker in der Tradition Heinrich Heines ein satirisches Gedicht verfasst, in dem er die Raffgier, das Nie-Zufriedensein und das menschliche Streben nach Perfektion aufs Korn nimmt.
Ja, das möchste:
Eine Villa im Grünen mit großer Terrasse,
vorn die Ostsee, hinten die Friedrichstraße:
mit schöner Aussicht, ländlich-mondän,
vom Badezimmer ist die Zugspitze zu sehn -
aber abends zum Kino hast dus nicht weit.
Das Ganze schlicht, voller Bescheidenheit:
Manchmal ist der Gegenentwurf zu "mondän" das "einfache Leben". Hier ein Beitrag auf blueprints.
Beitrag: Weniger ist mehr! Wie ein einfacher Leitsatz alles verändern kann
Es gibt Myriaden Selbsthilfebücher darüber, wie wir ein glücklicheres Leben führen können. Die alten Philosophen beschäftigten sich bereits intensiv mit dem Glück. Es wurden Leitsätze aufgestellt, ganze Glückskonzepte und Glückslehren sind entstanden. Was sind nun die wichtigsten Leitsätze, an die wir uns halten sollten?
Es gibt einen, der klar zu den wichtigsten Empfehlungen gehört – und er hat extrem viele unterschätzte Vorteile. Aber lies selbst.
Hier weiterlesen: Weniger ist mehr – 10 einfache Maßnahmen und 3 Regeln
Beitrag: Warum Minimalismus – 8 Gründe und die magischen 3 Regeln
Minimalismus bezeichnet einen Lebensstil, der sich als Alternative zur konsumorientierten Überflussgesellschaft sieht.
"Reduzierung auf das Wesentliche und Wertvolle" ist das zugrundeliegende Prinzip. Wir leben in einer Gesellschaft der Reizüberflutung, des teils ungehemmten Konsums, des Wegwerfens und der digitalen Reizüberflutung. Hier ist der Minimalismus eine Möglichkeit, um einen alternativen Weg mit weniger Stress und mehr Lebensqualität zu entwickeln.
Wieso macht Minimalismus glücklich? Wo lauern Gefahren? Und wie sollte ich starten? Was sollte ich beachten? Die Antworten auf diese Fragen liest du im Artikel.
Hier weiterlesen: Warum Minimalismus? 8 Gründe und 3 Leitgedanken
Ein weiterer Gegenentwurf stammt von dem Epikur.
Beitrag: Die Epikureer über die Selbstgenügsamkeit

Wir leben in Deutschland zumeist im Überfluss. Viele klagen auf hohem Niveau und häufig ist höher, weiter und schneller angesagt. Viele spüren aber auch, dass sie diesem Druck etwas entgegensetzen sollten. Eine Idee dazu formulierte vor über 2000 Jahren ein griechischer Philosoph. Nimm dir 2 Minuten Lesezeit und reflektiere anschließend die Idee.
Video: "Davos: klein, aber mondän | Euromaxx"
Video: Davos: klein, aber mondän | Euromaxx
Länge: 5:04 Minuten
Noch ein kniffliges Wort gefällig?
Die Redensart "Buridans Esel" verdankt ihre Herkunft einer philosophischen Anekdote, die auf den mittelalterlichen Philosophen Jean Buridan zurückgeht.
Bei "Buridans Esel" handelt es sich um einen hypothetischen Esel, der sich zwischen zwei gleich großen und gleich weit entfernten Heuhaufen befindet. Der Esel kann sich nicht entscheiden, welchen der beiden Haufen er fressen soll, da beide gleichermaßen attraktiv sind. Infolgedessen verhungert der Esel.
Heutige Bedeutung: Heute steht "Buridans Esel" symbolisch für eine Situation, in der jemand aufgrund von Entscheidungsunfähigkeit keine Wahl trifft und somit keine Fortschritte macht. Der Begriff wird oft verwendet, um Entscheidungsprozesse zu beschreiben, bei denen beide Optionen als gleichwertig erscheinen und daher keine klare Präferenz besteht.
Demnach bezeichnen wir heute auch einen Menschen, der sich bei der Wahl zwischen zwei gleichwertigen Gegenständen bzw. Zuständen nicht entscheiden kann, auch als "Buridans Esel".
Anregungen zum Erweitern des eigenen Wortschatzes
Wir öffnen morgens die Augen und fangen an zu denken, zu schreiben oder zu sprechen. Wenn wir nicht gerade als Tiefseetaucher in der Nordsee arbeiten, kommunizieren wir, bis wir wieder ins Bett gehen und die Augen schließen.
Neuere Untersuchungen gehen davon aus, dass in unserem Kulturkreis durchschnittlich 16.000 Wörter am Tag gesprochen werden. Es macht einen Unterschied, ob ich das mit einem großen oder einem kleinen Wortschatz tue.
Ein größerer Wortschatz hat viele weitere Vorteile. Aber was können wir unternehmen, um ihn mit Freude und Spaß zu erweitern? Damit auch für dich etwas dabei ist, zeigen wir 20 verschiedene Möglichkeiten auf. Viel Spaß beim Erweitern deiner Lexik.
Bücher zum Erweitern des eigenen Wortschatzes
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