Wie wählt man die richtige Matratzengröße für sein Schlafzimmer aus?

Die Matratze ist das Herzstück jedes Schlafzimmers, und ihre Größe entscheidet maßgeblich über Schlafqualität und Wohlbefinden. Eine zu kleine Matratze führt zu eingeengten Schlafpositionen, nächtlichem Erwachen und Verspannungen. Eine zu große Matratze kann dagegen den Raum überladen und wertvolle Stellfläche kosten. Wer sich vor dem Kauf ein paar Minuten Zeit nimmt, um Körpergröße, Schlafgewohnheiten und Raummaße zu prüfen, spart später Geld und Nerven. Denn Matratzen und Bettgestelle sind aufeinander abgestimmt: Ein Fehlgriff bei den Maßen bedeutet oft, dass Rahmen, Lattenrost oder Bettwäsche nicht mehr passen. In diesem Ratgeber erfährst du Schritt für Schritt, wie du die passende Matratzengröße für dein Schlafzimmer findest von den gängigen Standardmaßen über die richtige Länge bis hin zu praktischen Tipps fürs Ausmessen des Zimmers.

Bett mit großer Matratze

Inhalt

Kurz zusammengefasst

  • Matratzenlänge: Als praktische Faustregel sollte die Matratze etwa 15 bis 20 Zentimeter länger als die größte schlafende Person sein. Ab rund 1,80 Meter Körpergröße lohnt sich deshalb bereits der Vergleich mit Überlängen von 210 oder 220 Zentimetern.
  • Matratzenbreite: Für eine Person gelten 90 × 200 Zentimeter als verbreitetes Standardmaß; 100 oder 120 Zentimeter bieten mehr Bewegungsfreiheit. Für Paare sind 160 Zentimeter ein platzsparender Kompromiss, während 180 Zentimeter jeder Person eine 90 Zentimeter breite Liegefläche geben.
  • Raumplanung: Entscheidend ist nicht allein die Quadratmeterzahl, sondern die konkrete Raumgeometrie. Bettgestell, nutzbare Laufwege, Türen, Schubladen, Heizkörper, Fenster und andere Möbel sollten deshalb gemeinsam eingezeichnet oder auf dem Boden markiert werden.
  • Bettmaß statt Matratzenmaß: Die angegebene Matratzengröße entspricht nicht den Außenmaßen des Bettes. Rahmen, Kopfteil und seitliche Polster können das Bett deutlich verbreitern oder verlängern und müssen bei der Raumplanung berücksichtigt werden.
  • Einzel- oder Doppelmatratze: Zwei einzelne Matratzen erleichtern Transport, Wenden und die Wahl unterschiedlicher Festigkeiten. Eine durchgehende Matratze vermeidet die Mittelritze, ist aber schwerer zu handhaben und zwingt beide Personen auf dasselbe Modell.
  • Kompatibilität: Matratze, Innenmaß des Bettgestells und Unterfederung müssen zusammenpassen. Bei verstellbaren Lattenrosten ist zusätzlich zu prüfen, ob sich die gewählte Matratze ausreichend biegen lässt.
  • Kaufbedingungen: Sondermaße und Überlängen sind häufig teurer und schränken die Auswahl bei Lattenrosten, Spannbettlaken und Bettrahmen ein. Vor einer Bestellung sollten außerdem Lieferweg, Rückgabebedingungen und mögliche Rücksendekosten geprüft werden.

Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.

Die gängigen Matratzengrößen im Überblick

In Deutschland haben sich klare Standardgrößen etabliert, die auf die meisten Bettgestelle passen. Die Standardlänge beträgt 200 Zentimeter; für besonders große Menschen gibt es Überlängen von 210 oder 220 Zentimetern, für kleinere Personen und Jugendzimmer auch die Unterlänge von 190 Zentimetern. Bei der Breite unterscheidet man folgende Klassiker:

  • 90 x 200 cm: das klassische Einzelbett für Kinder, Jugendliche und Erwachsene
  • 100 x 200 cm: ein komfortables Einzelbett mit mehr Bewegungsfreiheit
  • 140 x 200 cm: das französische Bett, beliebt bei Singles mit Platzwunsch und bei Paaren in kleinen Zimmern
  • 160 x 200 cm: das Queensize-Bett, ideal für Paare mit begrenztem Platzangebot
  • 180 x 200 cm: das Kingsize-Bett und deutsche Standardgröße für Doppelbetten
  • 200 x 200 cm: das großzügige Familienbett für Paare mit Kind oder Haustier

Als Faustregel gilt

Für Einzelbetten ist 90 x 200 cm die Norm, für Doppelbetten 180 x 200 cm.

Umfrage

Passt die Größe deines Bettes zu dir?

Bitte eine Antwort auswählen:

Die Umfrage wird vorbereitet …

Die passende Länge: Die Körpergröße als Maßstab

Bei der Matratzenlänge gilt eine einfache Formel:

Die Matratze sollte mindestens 15, besser 20 Zentimeter länger sein als die eigene Körpergröße.

So bleibt genug Raum für Kissen und Fußfreiheit, und du kannst die Arme bequem über den Kopf strecken.

  • Für Menschen bis etwa 180 Zentimeter Körpergröße reicht die Standardlänge von 200 Zentimetern in der Regel aus.
  • Wer größer als 190 Zentimeter ist, sollte unbedingt zu einer Überlänge von 210 oder 220 Zentimetern greifen, damit die Füße nicht über das Bettende ragen.

Das gilt besonders für Bauch- und Rückenschläfer, die sich nachts ausstrecken. Schlafen zwei Personen mit unterschiedlicher Körpergröße im Bett, richtet sich die Länge immer nach der größeren Person. Bedenke außerdem: Nicht jeder Bettgestellhersteller führt Überlängen im Standardsortiment. Prüfe daher vor dem Kauf, ob Rahmen und Lattenrost die Wunschlänge aufnehmen, oder plane ein Sondermaß direkt mit ein.

Die passende Breite: allein, zu zweit oder mit der ganzen Familie

  • Als Richtwert empfehlen Schlafexperten mindestens 90 Zentimeter Breite pro erwachsener Person. Singles, die sich viel bewegen oder gern ausladend schlafen, fahren mit 100 bis 140 Zentimetern deutlich komfortabler.
  • Für Paare ist 160 x 200 cm ein beliebter Kompromiss: Das Bett bietet zwei Liegeflächen von je 80 Zentimetern und passt trotzdem in die meisten Schlafzimmer. Wer hier sucht, findet online schnell die passende Matratze für das Bett in dieser Größe.
  • Mehr Luxus verspricht das Kingsize-Format mit 180 Zentimetern Breite, bei dem sich beide Partner kaum gegenseitig stören.
  • Schläft regelmäßig ein Kind oder ein Haustier mit im Bett, lohnt sich der Blick auf 200 x 200 cm.

Grundgedanke

Unruhige Schläfer sollten generell eine Nummer größer wählen, damit nächtliche Drehungen den Partner nicht wecken.

Bedenke zudem, dass breitere Matratzen schwerer zu wenden und zu transportieren sind.

wissensgrafik welche matratzengroesse passt

Das Schlafzimmer ausmessen: Platz und Durchgänge richtig planen

Bevor du dich für eine Größe entscheidest, miss dein Schlafzimmer sorgfältig aus. Damit der Raum nicht überladen wirkt und du dich frei bewegen kannst, sollte rund um das Bett ein Durchgang von mindestens 60, besser 80 bis 100 Zentimetern bleiben. Vergiss dabei nicht, dass Schranktüren, Schubladen und Fenster Platz zum Öffnen brauchen. Ein Kingsize-Bett mag verlockend sein, verliert aber seinen Reiz, wenn du dich seitlich daran vorbeiquetschen musst.

Als grobe Orientierung: In Zimmern ab etwa 16 Quadratmetern lassen sich französische Betten oder Queensize-Modelle harmonisch unterbringen; für 180 x 200 cm sollte der Raum eher 20 Quadratmeter oder mehr bieten. Auch Nachttische und Kommoden brauchen ihren Platz im Gesamtkonzept. Zeichne den Grundriss am besten auf Papier oder markiere die Bettfläche mit Klebeband auf dem Boden so bekommst du ein realistisches Gefühl für die Proportionen.

Matratze, Lattenrost und Bettgestell: auf Kompatibilität achten

Die schönste Matratze nützt wenig, wenn sie nicht zum Gestell passt. Prüfe deshalb vor dem Kauf die Innenmaße deines Bettrahmens: Die Matratze sollte passgenau einliegen, ohne zu rutschen oder Lücken zu lassen. Auch der Lattenrost muss dieselben Maße haben und für den Matratzentyp geeignet sein Taschenfederkern, Kaltschaum und Latex stellen unterschiedliche Anforderungen an die Unterfederung. Bei höhenverstellbaren Rahmen sollte die Matratze außerdem flexibel genug sein, um die Verstellung mitzumachen.

Wer zwei Einzelmatratzen in einem Doppelbett kombiniert, sollte an eine Matratzenbrücke denken, damit die Besucherritze nicht zum Störfaktor wird.

Zusätzlich lohnt ein Blick auf die Einstiegshöhe: Matratze plus Topper plus Rahmen ergeben schnell über 60 Zentimeter, was für ältere Menschen unbequem sein kann. Und denk an die Bettwäsche: Spannbettlaken und Bettdecken müssen zur gewählten Größe passen, bei Sondermaßen wird die Auswahl kleiner.

Typische Fehler vermeiden: die wichtigsten Tipps im Fazit

Viele Fehlkäufe lassen sich mit wenig Vorarbeit verhindern. Diese Punkte solltest du vor der Bestellung abhaken:

  • Körpergröße messen und mindestens 15 Zentimeter zur Matratzenlänge addieren.
  • Pro schlafender Person mindestens 90 Zentimeter Breite einplanen.
  • Schlafzimmer ausmessen und ringsum 60 bis 100 Zentimeter Durchgang reservieren.
  • Innenmaße von Bettgestell und Lattenrost mit der Wunschgröße abgleichen.
  • An Zubehör wie Spannbettlaken, Bettdecken und Topper in der passenden Größe denken.

Wer diese Schritte befolgt, trifft eine fundierte Entscheidung statt einer Bauchentscheidung. Die richtige Matratzengröße ist immer eine Abwägung aus Körpermaßen, Schlafverhalten und Raumgröße. Nimm dir Zeit für alle drei Faktoren. So wird das Schlafzimmer zum Ort erholsamer Nächte, und die neue Matratze begleitet dich viele Jahre, ohne dass du den Kauf bereust.

Ergänzungen und Fragen von dir

Umfrage

Hast du eine Frage zum Beitrag oder etwas zu ergänzen bzw. zu korrigieren?

War dieser Beitrag nützlich und alles korrekt? Bitte gib uns Feedback. Jeder kleine Hinweis hilft uns und allen Lesern weiter. Vielen Dank!

Die Umfrage wird vorbereitet …

Im Zusammenhang interessant

FunFacts zum Thema

  • Die ältesten bisher sicher identifizierten Schlafunterlagen sind etwa 200.000 Jahre alt. Menschen in der südafrikanischen Border Cave legten Gras auf Ascheschichten und schufen damit Flächen zum Schlafen und Arbeiten.
  • Das Wort „Matratze“ hat arabische Wurzeln. Es gelangte über das italienische materazzo ins Deutsche und geht auf maṭraḥ zurück, ein Wort für ein Bodenkissen beziehungsweise einen Platz, auf den etwas gelegt wird.
  • Memory Foam begann nicht im Schlafzimmer, sondern in der Luftfahrt. Von der NASA finanzierte Forschende entwickelten den Schaumstoff, um Testpiloten und Flugzeuginsassen besser zu polstern. Erst später landete das Material in Matratzen, Schuhen und Kinosesseln.
  • Schlafende bleiben keineswegs ruhig liegen. In einer sensorbasierten Studie wechselten die Teilnehmenden durchschnittlich ungefähr 1,9- bis 2,4-mal pro Stunde ihre Position – über eine Nacht können so mehrere Dutzend Lagewechsel zusammenkommen.
  • Eine nominell 200 Zentimeter lange Matratze kann tatsächlich kürzer sein. Bei PUR-Weichschaummatratzen werden nach der branchenüblichen Auslegung der DIN EN 1334 Abweichungen von bis zu 20 Millimetern nach unten genannt.
  • Ein teurer Federlattenrost verbessert eine Matratze nicht automatisch. In einer Untersuchung der Stiftung Warentest war eine gute Matratze auf einem einfachen starren Holzrost in vielen Fällen günstiger und sogar besser als auf dem federnden Rost desselben Anbieters.
  • Ausgediente Matratzen bilden einen überraschend großen Abfallberg. Nach Angaben der Europäischen Kommission erreichen in der EU jährlich bis zu 30 Millionen Matratzen ihr Lebensende – zusammen bis zu etwa 600.000 Tonnen Material.
  • Für den Blauen Engel muss der Matratzenbezug abnehmbar sein. Außerdem wird ein Waschhinweis verlangt; geprüft werden unter anderem Haltbarkeit, Festigkeitsverlust, Gerüche und Emissionen.
  • Der berühmte amerikanische Hinweis „Do not remove under penalty of law“ richtet sich nicht gegen den scherenfreudigen Matratzenbesitzer. Die einschlägigen Kennzeichnungsvorschriften verbieten das Entfernen vor allem bis zur Auslieferung an den Endverbraucher. Nach dem Kauf darf der Eigentümer das Etikett entfernen.

Weiterlesen

Entspannung lernen im Alltag

Yogischer Schlaf : Anleitung, Tipps und MP3-Vorlage

Yogischer Schlaf (Yoga Nidra): Anleitung, Tipps und MP3-Vorlage

Die yogische Tiefenentspannung, Yoga Nidra, manchmal auch "yogischer Schlaf" genannt, ist eine Tiefenentspannungsübung aus der Yoga-Lehre. Ziel ist es, sehr tiefe Entspannungszustände bei vollem Bewusstsein zu erreichen, ganz im Hier und Jetzt zu sein und durch diese voll bewusste Eroberung tieferer, entspannterer Bewusstseinszustände positive Veränderungen im eigenen Geistesleben zu bewirken. Dadurch auch im Alltag entspannter leben. Zudem besteht die Möglichkeit, einen Vorsatz tief im Unterbewusstsein zu verankern.

Der Weg des yogischen Schlafes führt zunächst zum Erreichen eines sehr entspannten Körper- und Gehirnzustandes, knapp an der Grenze zum Schlaf, bei vollem Bewusstsein. Dieser Zustand wird einige Zeit gehalten, hierin können sich die positiven Wirkungen entfalten. Es wird auch empfohlen, vor dem Einschlafen bewusst diesen Bereich aufzusuchen und erst danach weiter in den Schlaf zu gleiten.

Hier erfährst du, wie du zum Meister des yogischen Schlafes wirst ► Kurzzusammenfassung ► Geführte MP3 als Gratis-Download ► Schritt-für-Schritt-Anleitung mit Text zum Nach- oder Vorsprechen ► Die Wirkungen vom Yogischen Schlaf ► Ausdruck des Übungstextes zum Download

Hier weiterlesen: Yogischer Schlaf : Anleitung, Tipps und MP3-Vorlage

Gesundheit ganzheitlich stärken

Gut schlafen – die 14 Geheimnisse

Gut schlafen – Die 14 Geheimnisse über den Schlaf

Ein Drittel unseres Lebens verbringen wir mit Schlafen. Guter Schlaf ist ausschlaggebend für unser Wohlbefinden, unsere emotionale Stimmung und unsere Leistungsfähigkeit. Das merken wir vor allem dann, wenn es mit dem Schlafen mal eine Zeit nicht so gut funktioniert, denn Nachtruhe ist die Basis für unsere Gesundheit.

Schnell einschlafen, durchschlafen und erfrischt aufwachen: In diesem Artikel erfährst du altbewährte und neu von der Forschung entdeckte Empfehlungen für einen guten, erholsamen Schlaf.

Hier weiterlesen: Gut schlafen – die 14 Geheimnisse

Tipps und Anregungen zur selbstständigen Gesundheitsförderung

Besser aufstehen

Besser aufstehen – die besten Tipps & Rituale für den motivierten Start in den Tag

Wer morgens schwer aus dem Bett kommt und bereits eine abgenutzte Snooze-Taste hat, für den sind die folgenden Tipps, Hilfsmittel und Rituale gedacht.

Natürlich hängt das "Aufstehen können" auch davon ab, wie wir geschlafen haben, was wir am Vorabend getan haben und ob wir eine "Lerche" oder eine "Eule" sind.

Aber es gibt bewährte Möglichkeiten, die du kennen solltest, damit dir der Start in den Tag bestmöglich gelingt. Wir haben diese für dich gesammelt.

Hier weiterlesen: Besser aufstehen

Achtsamkeit, Ruhe und Entspannung im Alltag finden

Interessante Fakten über Träume

Interessante Fakten über Träume

Ein Drittel unseres Lebens schlafen wir und dazu gehören ganz wesentlich unsere Träume. Sie sind somit ein essentieller Teil unseres Lebens. Grund genug, sich etwas näher mit diesem spannenden Thema zu beschäftigen.

Welche Bedeutung hat das Träumen für uns? Welche Funktion erfüllen Träume? Was sagen sie uns? Und wie schaffen wir es, sie besser zu behalten? Träumen wir alle Ähnliches? Können wir sie steuern?

Die Antworten auf diese Fragen und viele weitere spannende Fakten über Träume findest du im folgenden Artikel. Eine Sache solltest du unbedingt ausprobieren!

Hier weiterlesen: Interessante Fakten über Träume

* Was das Sternchen neben einigen Verlinkungen bedeutet:

Die Inhalte auf blueprints.de sind kostenlos im Internet verfügbar und das soll auch so bleiben. Unsere redaktionelle Arbeit finanzieren wir über Werbung- und Kurseinnahmen. Links, die mit einem * gekennzeichnet sind, können bei Kauf/Abschluss auf der jeweiligen Website hinter dem Link zu einer Provision an uns führen, weil wir für den Link ein sogenanntes Affiliate-Programm nutzen. Hierfür wären wir natürlich dankbar.