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burnout erkennen

Wie Burnout erkennen? Die Symptome und die 5 Phasen

Was haben immer mehr Bauern, Hausfrauen, Jungendliche und Spitzenmanager gemeinsam? Das Gefühl der völligen Erschöpfung - totale Hoffnungslosigkeit! Burnout heißt es dann lapidar. Doch was bedeutet das? Welche Anzeichen sind zu erkennen?  Lesen Sie hier, wie man Burnout rechtzeitig erkennt und wie man vorbeugen kann.

 
 

Punkt bp 1

Burnout was ist das? Definition Burnout 

"Unter Burnout (engl.: to burn out = ausbrennen) verstand man früher die negativen Folgen der beruflichen Überbeanspruchung mit gemütsmäßiger Erschöpfung, innerer Distanzierung und anschließendem Leistungsabfall. Oder - wie es früher beschrieben wurde - ein "Stresssyndrom der helfenden und heilenden Berufe" bzw. auf einen kurzen Nenner gebracht: "Die Folgen von schlechten Bedingungen, unter denen viele gute Leute beruflich tätig sind".

Inzwischen handelt es sich um ein komplexes Beschwerde- bzw. Leidensbild mit differenzierten Phänomenen, das zwar immer mehr Betroffene belastet, aber immer noch nur zögerlich Eingang in Wissenschaft und Lehre und damit in Beratung, Klinik und Praxis findet.

Burnout oder Depression

Die Abgrenzung erfolgt über häufig über die Ursachen. Dabei werden für das Burnout-Syndrom eher berufsbedingte Gründe angesehen.

Depressionen hingegen können ihren Ursprung in allen Bereiche des alltäglichen Lebens haben. Somit wäre der Burnout eine Spezialform der Depression.

Depressionen werden häufig auch als Dauerzustand beschrieben. Wer vom Burnout-Syndroms betroffen ist, kann auch unbeschwerte Phasen erleben.

Burnout ist in Deutschland, anders als Burnout, nicht als Krankheit definiert. In Ländern wie Schweden und Frankreich wird eher eine Krankheit diagnostiziert. Nämlich einer "stress related mental disorder". Mit anderen Worten einer "Stress bedingten psychischen Erkrankungen". Und diese sind ganz normal als Krankheiten anerkannt.

Freude ist die Gesundheit der Seele.

Aristoteles

Punkt 2

Burnout - der Symptomkomplex

Nachfolgend eine Kurzfassung der wichtigsten Krankheitszeichen, die auf ein Burnout-Syndrom hinweisen können:

Auf der körperlichen Ebene

Es ist ein weites Feld an Symptomen und Erscheinungen die teilweise alle oder vereinzelt auftauchen: das geht von Schlafstörungen bzw. Schlaflosigkeit und Nackenbeschwerden, über Magen- und Verdauungsbeschwerden. Von Magenproblemen und Kopfschmerzen bis hin zu Gliederschmerzen. Man fühlt sich erschöpft, müde und niedergeschlagen. Der Wunsch nach 100 Jahre Schlaf ist gegenwärtig. Auch eine sonderbare, zunehmende Infektanfälligkeit gehört dazu, meist ständige banale Erkältungen, Schnupfen und Grippeinfekte.

Auf der mentalen Ebene

Eine gewisse Aussichtslosigkeit und ein Schleier von resignativer Unlust liegt über dem gesamten Denken und Dasein. Schwarze Zukunftsszenarien, die man früher nicht kannte, schleichen sich fast unmerklich in das sonst positive Denken ein und vergiften den Tag - häufig die Arbeit. Und da liegt das Problem.

Dieses vollkommen ungewohnte, neue Erleben der eigenen Leistungsgrenzen bringt Ärger und Wut darüber, warum das eigene System nicht so reagiert wie man will, nicht mehr so erfolgreich ist. Kennzeichen eines Burnout-Syndroms ist es, dass  Körper und Geist auf Willensanstrengungen immer schwerfälliger reagieren. Die Energie, die aufgebracht werden muss, um die ungeliebten Handlungen auszuführen wird immer größer. Das Engagement lässt merklich nach.

Auf der emotionalen und gefühlsmäßigen Ebene

Während früher ein humorvoller Ausdruck mit positiver Lebenssichtweise die Persönlichkeit gekennzeichnet hat, ist jetzt eine Emotions- und Gefühlslosigkeit für das eigene Dasein kennzeichnend. Freude ist verschwunden, an deren Stelle rutscht Angst, Unlust und Leere. Die Physiognomie wirkt wie erstarrt, die Mundwinkel hängen und nur geringe Regungen sind sichtbar. Traurigkeit und Tränen, die scheinbar grundlos kommen kennzeichnen die Anbahnung einer Depression. Das Selbstwertgefühl wird immer geringer.

Auf der sozialen Ebene                

Der Beginn einer Burnout-Krise erscheint also erst einmal von außen positiv. Viele Betroffene gelten in der Tat als besonders aktiv, dynamisch, zupackend, ideenreich, engagiert bzw. geradezu überengagiert: vermehrter Einsatz, freiwillige Mehrarbeit, Eindruck der eigenen Unentbehrlichkeit, das Gefühl, eigentlich nie mehr richtig Zeit zu haben, damit wachsende Verleugnung eigener Bedürfnisse.

Eine zunehmende Beschränkung zwischenmenschlicher Kontakte, mit anderen Worten: Viele jener an sich guten Eigenschaften stellen sich bei näherer Betrachtung als Fußangeln, wenn nicht gar als Fallgruben heraus, die zum Burnout führen.

Auf der beruflichen Ebene

Hier führen verschiedene Faktoren in die Depression - in den Burnout. Die folgende Aufzählung ist nicht komplett, gibt aber einen guten Einblick in die Förderer des sich zu einer Volkskrankeit auswachsenden Phänomens.    

Hohe Arbeitsbelastung; schlechte Bedingungen im Beruf; Zeitdruck oder zu großes Pensum in einem zu eng gesteckten Zeitrahmen mit schlechtem Projektmanagement; schlechtes Betriebsklima, rauher Umgangston, keine Wertschätzung; wenig tragfähige Beziehungen zu den Mitarbeitern, wachsende Verantwortung, arbeiten im Nacht- und Schichtdienst, vor allem dort, wo man sich nicht arbeitsphysiologischen Erkenntnissen anpassen will, unzulängliche materielle Ausstattung des Arbeitsplatzes und des Arbeitsumfeldes, schlechte Kommunikation unter allen Beteiligten, zu geringe Unterstützung durch den Vorgesetzten, wachsende Komplexität und Unüberschaubarkeit der Arbeitsabläufe.

Die Welt wird unübersichtlicher, Betroffene sehen Gefahren, wo keine sind, unzureichender Einfluss auf die Arbeitsorganisation, Hierarchieprobleme, Verordnungs- und Anordnungsflut (gestern neu, heute zurückgenommen, morgen modifiziert usw.); Termin- und Zeitnot, unpersönliches, bedrückendes oder intrigenbelastetes Arbeitsklima, Mobbing, ständige organisatorische Umstellungen, ohne die Betroffenen in Planung und Entscheidung mit einzubeziehen oder gar zu fragen, bei Misserfolgen aber natürlich verantwortlich zu machen; zunehmende, immer neue, rasch wechselnde Anforderungen am Arbeitsplatz; zuletzt die wachsende Angst vor Arbeitsplatzverlust.

Lesen Sie auch Stress und Burnout - Was tun?

Punkt 3

5 Phasen: Der Verlauf des Burnout

Nach und nach wird das Überengagement auch durch eine sich langsam, aber unerbittlich ausbreitende Erschöpfungsphase ausgebremst und verlangsamt. Jetzt drohen verminderte Belastbarkeit, wachsende Stimmungslabilität und vor allem eine bisher nicht gekannte Erholungsunfähigkeit. Die Betroffenen werden müde und schlapp, z. B. im Sinne einer eigenartigen, alles durchdringenden Mattigkeit, in Fachkreisen auch als Tagesmüdigkeit bezeichnet.

Am Ende drohen sogar rasche Erschöpfbarkeit und schließlich regelrechte Kraftlosigkeit - alle Kräfte sind dahin. Dazu kommt ein sonderbares Phänomen, nämlich "müde, matt und abgeschlagen" nach außen, innerlich aber unruhig, nervös und gespannt, mitunter sogar reizbar und gelegentlich aggressiv. So etwas hat man in früheren Zeiten sehr passend als "reizbare Schwäche" bezeichnet.

... am Ende:

Das ganze Burnout-Dilemma mündet schließlich in einen Endzustand, der durch Resignation, Entmutigung, verringerte Frustrationstoleranz, leichte Kränkbarkeit, Niedergeschlagenheit, schließlich sogar durch Minderwertigkeits- und Versagensgefühle einher gehen. Die Sichtweise der Betroffenen wird pessimistisch, ja von Negativismus oder Fatalismus geprägt - sie erkennen diese Menschen angesichts ihres früheren Auftretens kaum wieder.

Das Burnout-Syndrom lässt sich daher in 5 verschiedene Phasen einteilen:

  1. Enthusiasmus
  2. Stagnation
  3. Frustration
  4. Apathie
  5. Burn-Out

Für manchen, der unter Burmout oder einer Depression leidet ist das Entspannen (Abschalten) am Abend nicht selten nur noch über Alkohol, Schmerz- oder Schlafmittel möglich.

Punkt 4 

Checkliste: Berufliche Einbußen des Burnout-Syndroms

Einige der schwerwiegendsten Konsequenzen aber konzentrieren sich auf den Arbeitsplatz direkt. Natürlich reagiert jeder Mensch anders, aber immer wieder zu hören sind folgende Charakteristika:

  • Desillusionierung
  • Widerwillen
  • Entmutigung und Rückzug
  • Gleichgültigkeit, Arbeit macht keine Freude mehr
  • Schuldgefühle
  • Ärger
  • Gefühl generell versagt zu haben
  • negative Einstellung mit wachsendem Widerstand, täglich zur Arbeit zu gehen
  • ständiges Auf-die-Uhr-Sehen während der Arbeit
  • Fluchtphantasien und Tagträume
  • Betroffene überziehen die Arbeitspausen mehr und mehr
  • verspäteter Arbeitsbeginn, vorverlegter Arbeitsschluss und wachsende Fehlzeiten
  • Verlust von positiven Gefühlen gegenüber den anderen; deshalb vermehrte Verschiebung von entsprechenden Kontakten - man trifft sich seltener; innerer Widerstand gegen Anrufe und Besuchstermine
  • heimlich einschleichender Dienst nach Vorschrift, Rückzug von der Teamarbeit
  • Stereotypisierung von Klienten, Patienten u. a. ("ist doch immer das gleiche, kennen wir schon ...")
  • Unfähigkeit, sich auf die anderen zu konzentrieren, ihnen geduldig zuzuhören
  • vermehrt tadelnde, negative, reizbare oder gar aggressive Einstellung den anderen gegenüber
  • Vermeidung von Diskussionen und Austausch mit Mitarbeitern und Vorgesetzten
  • immer öfter mit sich selbst beschäftigt
  • misstrauischer Widerstand gegen jegliche Veränderungen im Betrieb, manchmal fast wahnhaft anmutende Reaktionen des Betroffenen
  • damit wachsende Rückzugsneigung und Isolationsgefahr u. a.

Punkt 5

Fazit: Wie Burnout erkennen? Die Symptome und die 5 Phasen

Nach außen äußert sich diese verhängnisvolle "Abwehrstrategie" gegenüber der inzwischen ungeliebten Berufsaufgabe oft darin, dass der Kontakt zu Mitarbeitern und Kunden usw. immer mehr vom menschlichen Aspekt weggerückt und zum "Fall" degradiert wird, zum "Vorgang" usw.

Das Subjekt sinkt zum Objekt herab - der Mensch kann nicht mehr gesehen werden. Damit erlöscht die innere Beziehung. Die ursprünglich positiven Gefühle werden ins Negative verkehrt. Es kommt zu einer ungewohnten seelischen Verhärtung und schließlich sogar Verflachung des Gemütslebens (bei aber unveränderter oder wachsender Kränkbarkeit des Betroffenen für eigene Belange).

Koautorin Ute-Reingard Schmidt (ColoursWorld - Beratung, Training, Coaching) 

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