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Geahnt haben wir es immer … Was macht uns wirklich glücklich? Was macht ein gutes Leben aus?

Die überraschend nicht überraschenden Langzeit-Studien der Harvard Medical School

Was bedeutet für Sie Glück? Was macht Sie glücklich? Was führt bei Ihnen zu dauerhafter Zufriedenheit? Was macht für Sie ein gutes Leben aus?

Ist es der schöne Urlaub, das neue Auto, der Lottogewinn, die Gehaltserhöhung … oder sind das nur Wimpernschläge des Glücks?

Forscher an der Harvard Medical School in Boston Massachusetts wollten dem Phänomen Glück auf die Spur kommen. In zwei Langzeitstudien, die mittlerweile über 75 Jahre laufen, nahmen mehr als 700 Amerikaner teil. Es sollte herausgefunden werden, was für sie Glück bedeutete.

Das Vorgehen in der Studie sowie das Ergebnis waren für mich faszinierend. Bitte beurteilen Sie, ob die Glücksformel aus Ihrer Sicht überraschend ist. Für mich sind die Studien wichtig und mich wunderte eher etwas anderes. Aber lesen Sie dazu mehr.

 

Das Glück ist das Einzige, was sich verdoppelt,wenn man es teilt.

Albert Schweitzer

 

 

Die Glueck-Study und die Grant-Study

Es waren also keine einfachen Befragungen, sondern groß angelegte Studien, die über 75 Jahre liefen und immer noch weiter geführt werden.

In der Glueck-Study wurden 456 Männer, die als Kinder in den ärmeren Vierteln von Boston aufgewachsen waren, regelmäßig befragt. Die Forscher verfolgten ihre Lebensgeschichten, ihre berufliche Entwicklung und ihren Gesundheitszustand.

In der Grant-Study hingegen wurden 268 Harvard-Absolventen regelmäßig interviewt und ihre Lebensgeschichten analysiert.

Der Leiter der Studien, Psychiater Robert Waldinger, ist bereits der vierte Leiter der Langzeitstudien und ein begeisterter Forscher. Er ist durchdrungen von den Studien, die 1938 starteten, und deren Ergebnisse ich Ihnen hier vorstellen möchte.

Waldinger erklärte, dass alle zwei Jahre Befragungen an die Männer der Glueck-Study gesandt werden. Die tendenziell ärmeren Teilnehmer fragen dann häufig, warum die Forscher das nach wie vor wissen wollten. So interessant sei ihr Leben nicht.

Waldinger ergänzte schmunzelnd, dass interessanterweise diese Frage nie von den befragten Harvard-Absolventen der Grant-Study gestellt wurde ;-)

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Søren Kierkegaard

  

Die Ergebnisse der Studie - Bisher! - Was führt zu Glück und einem guten Leben?

Das Ergebnis, das Robert Waldinger präsentierte, lässt sich wie folgt zusammen fassen:

  1. Gute Beziehungen machen uns glücklicher und gesünder, wobei es nicht um die Anzahl der Freunde geht. Wichtiger ist die Qualität der Beziehungen.
  2. Eine gute Beziehung heißt nicht, dass Streit und Konflikte völlig fehlen.
  3. Eine gute Beziehung schließt das Gefühl ein, auf den anderen zählen zu können, wenn es darauf ankommt.
  4. Liebe und Freundschaft haben extrem positive Auswirkungen auf das geistige Wohlbefinden und die Gesundheit.

 

 

Die Studie zeigt auch auf, welche negativen Auswirkungen Einsamkeit und fehlende zwischenmenschlichen Beziehungen haben. Diese Menschen waren nicht nur unglücklich, sondern ihre Gesundheit wurde im Alter merklich schlechter. Die Leistungsfähigkeit des Gehirns nahm früher und schneller ab und diejenigen mit guten und stabilen Beziehungen lebten länger.

Es geht nicht um die Anzahl der Freunde oder ob man in einer verpflichtenden Beziehung steckt. Es ist die Qualität der nahen Beziehungen, die zählt.

Robert Waldinger 

 

 

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