Macho - Bedeutung und Herkunft des Begriffs und Beispiele für die Verwendung
"Macho" hat seine Herkunft im Spanischen. Dort bedeutet es schlicht "männlich" oder "männliches Tier". Neutral und ohne Wertung. Der Ursprung führt aber weiter zurück ins Lateinische, zum Wort masculus, was ebenfalls "männlich" bedeutet.
Über das Spanische gelangte der Begriff ins Englische und schließlich im 20. Jahrhundert ins Deutsche. Im Deutschen übernahm man jedoch nicht nur die neutrale Bedeutung, sondern auch die Verbindung zum "Machismo". Und das ist der Punkt, an dem das Wort seine heutige Färbung bekam: nicht mehr nur "männlich", sondern "übertrieben männlich", oft mit einem negativen Beiklang.
Heute bezeichnest du mit "Macho" meistens einen Mann, der seine Männlichkeit demonstrativ in den Vordergrund stellt. Typische Eigenschaften, die man ihm zuschreibt:
- Dominanz und Härte
- ein konservatives Rollenbild (Mann stark, Frau fügsam)
- Protzerei mit Statussymbolen
- abwertendes Verhalten gegenüber Frauen
- fehlende Empathie
Beispiele für die heutige Verwendung von "Macho"
- Sie lässt sich von einem Flirttrainer erklären, was bei Frauen ankommt, und sortiert Männer in die Kategorien: "Aufreißer", "Chefansager", "Spieler" oder "Krieger". Zum Macho gehöre besonders das "Einsame", die "Rebellenpose", schreibt sie. Und Macht. (Quelle: freitag.de/autoren/maxi-leinkauf/das-soll-ein-mann-sein)
- Machos gelten als unehrlich und unkooperativ. Trotzdem wählen Frauen sie als Partner, und zwar umso häufiger, je schlechter das gesundheitliche Umfeld ist. Zu diesem Ergebnis kamen Forscherinnen, die 4800 Frauen in 30 Ländern befragten. (Quelle: welt.de/wissenschaft/article6814501/Partnerwahl-Je-aermer-das-Land-desto-begehrter-der-Macho.html)
- Glaubt man einer Studie aus den USA, haben Männer mit "typisch männlicher" Einstellung eher psychische Probleme, zum Beispiel Depressionen. Einige Eigenschaften scheinen offenbar besonders der seelischen Gesundheit zu schaden. Die Ergebnisse sind aktuell im Journal of Counseling Psychology veröffentlicht. (Quelle: aponet.de/artikel/macho-maenner-sind-eher-depressiv-16940)
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Umfrage zum Thema "Macho"
Synonyme für "Macho"
- Pascha
- Chauvi
- Macker
- Frauenheld
- Angeber
- Macho-Typ
- Macho-Protz
- Sexist
Kennst du noch ein Synonym zu "Macho"?
Was bedeutet "Macho" auf Englisch und in anderen Sprachen?
Die Bezeichnung "Macho" wurde in vielen Sprachen übernommen - oft mit derselben Nebenbedeutung:
- Englisch: macho
- Französisch: macho (meist direkt übernommen)
- Italienisch: macho oder virile
- Spanisch: macho (neutral: männlich; negativ: machohaft)
- Türkisch: macho oder erkeksi
- Esperanto: macho oder machismo
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Videos zu "Macho"
Video: Machismo, Katholizismus und Feminismus: Mexikos kontroverse Gesellschaft | ZDFinfo Doku
Länge: 43:19 Minuten
Video: Macho Macho von Rainhard Fendrich
Länge: 3:49 Minuten
Noch ein kniffliges Wort gefällig?
Der Begriff "Chauvinist" verdankt seine Herkunft Nicolas Chauvin, einem (vermutlich legendären) Rekruten, der Napoléon mit spektakulärer Treue gedient haben soll - angeblich 17-mal verwundet, aber immer noch unerschütterlich loyal. Sein übertriebener Patriotismus wurde in dem Vaudeville La Cocarde tricolore von 1831 karikiert und gilt seither als Ursprung für "Chauvinismus".
Zunächst war Chauvinismus gleichbedeutend mit aggressivem Nationalismus. Jemand, der das eigene Land in den Himmel lobte und andere Nationen herabwürdigte, galt als Chauvinist. Diese Bedeutung blieb lange Zeit bestehen, auch in politischen Debatten des 19. und frühen 20. Jahrhunderts.
Doch dann kam ein entscheidender Wandel. Ab den 1960er-Jahren, im Zuge der Frauenbewegung, tauchte der Begriff "male chauvinism"auf. Damit waren Männer gemeint, die sich Frauen überlegen fühlten, ihre Leistungen herabsetzten oder sie auf Rollenbilder wie Hausfrau und Mutter reduzierten. Dieser Sprachgebrauch setzte sich rasend schnell durch.
Heutige Bedeutung: Heute denken die meisten Menschen bei "Chauvinist" automatisch an den Männer-Chauvi - den Typen, der sexistische Sprüche klopft, im Büro Frauen übergeht oder im Restaurant selbstverständlich erwartet, dass die Frau die Rechnung nicht anfasst.
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