Stern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktivStern inaktiv
 

Es war einmal ein Mann, der auf seiner Reise mitten im Gebirge von der Dunkelheit überfallen wurde. Er suchte im Stamm eines hohlen Baumes Obdach. Gegen Mitternacht versammelten sich Elfen auf dem freien Platz vor dem Baum, und der Mann, aus seinem Versteck hervorlugend, geriet vor Schreck außer sich.

Nach einiger Zeit fingen die Elfen an zu spielen, Wein zu trinken und sich mit Gesang und Tanz zu vergnügen, bis endlich der Mann, von Spaß und Lust angesteckt, seine Furcht gänzlich vergaß. Er kroch aus dem hohlen Baume hervor, um sich der Festivität anzuschließen. Als der Tag zu dämmern begann, sprachen die Elfen zu ihm: "Du bist ein lustiger Kumpan. Du musst wieder herkommen und noch einmal mit uns tanzen. Du musst uns das versprechen." Darauf nahmen ihm die Elfen, im festen Glauben, ihn dadurch zur Rückkehr zwingen zu können, eine große Warze ab, die mitten auf seiner Stirn saß, und behielten sie als Pfand. Dann verließen sie alle den Platz und gingen nach Hause.

Der Mann lief ebenfalls nach Hause, in munteren Gedanken über die fröhliche Nacht, die er gehabt hatte, und auch darüber, dass er seine dicke Warze losgeworden war. Er erzählte die Gesichte allen seinen Freunden, die ihm herzlich dazu gratulierten, dass er von seiner Warze kuriert sei. Nun hatte er einen Nachbarn, der auch mit einer dicken und schon sehr alten Warze angetan war. Als er vom guten Glück seines Freundes hörte, plagte ihn der Neid. Er machte sich auf die Suche nach dem hohlen Baum und versteckte sich ebenfalls in ihm.

Gegen Mitternacht kamen die Elfen erneut. Sie begannen zu speisen und zu trinken, mit Gesang und Tanz wie zuvor. Bei diesem Anblick kroch er aus dem hohlen Baum hervor und fing ebenfalls an zu singen und zu tanzen. Die Elfen, die ihn irrtümlich für ihren früheren lustigen Kumpan hielten, waren entzückt über seinen Besuch und sagten: "Du bist ein guter ehrlicher Mann, dass du dich deines früheren Versprechens erinnerst, und wir wollen dir dein Pfand zurückgeben." Damit zogen sie die gepfändete Warze hervor und klebten sie auf die Stirn des Mannes, oben auf die andere Warze, die er bereits hatte. Auf diese Weise ging der neidische Nachbar weinend nach Hause, mit zwei Warzen statt mit einer.

Das ist eine gute Lektion für neidische Leute, die die Glücksfälle ihrer Mitmenschen nicht mit ansehen können, ohne sie sogleich auch für sich selbst zu begehren.

Ein Märchen aus Japan

Teilen macht Freude:

Wenn Sie nach oben scrollen, finden Sie jeweils den Text markiert, der gerade vorgelesen wird.

Der Beitrag ist eingeordnet unter:

Auch interessant

Das war ein Beitrag aus der

GUTEN-MORGEN-GAZETTE

Lesefreude und spannendes Wissen seit über 15 Jahren

Aktuelle Inhalte der Gazette vom 20.01.2019

  • Intervallfasten Anleitung 16/8
  • Zitat der Woche
  • Wort der Woche
  • Video: Relativitätstheorie für Laien
  • Anregung für die kommende Woche
  • Rätselhafte Erde
  • Streichholz-Aufgabe
  • Scharade-Rätsel von Agnes Franz
  • Humorige Anekdote

 

Möchten Sie die Gazette jeden Sonntag früh kostenlos erhalten? 

Wenn Sie unseren Newsletter abonnieren, speichern wir Ihre E-Mail-Adresse und senden Ihnen diesen regelmäßig zu. Beim Öffnen der E-Mail und Anklicken der Links erfolgen statistische Erhebungen. Details dazu finden Sie im Punkt "Newsletter" unserer Datenschutzerklärung. Mit dem Abonnieren erklären Sie sich mit der Datenschutzerklärung einverstanden.

Die Abmeldung ist jederzeit möglich, z.B. mit einem Link unten in jedem Newsletter.

jeden Sonntag / kostenfrei / unabhängig

Anregungen durch Sinngeschichten, Fabeln, Artikel ...

Wissen und Wortschatz mit Freude vergrößern

Lesespaß und Humor von Schriftstellern, Philosophen und anderen großen Denkern