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Was tun, wenn wir Panik bekommen vor Gruppen zu sprechen?

Die Angst vor einer Gruppe zu stehen und einen Vortrag zu halten haben viele Menschen, Männer wie Frauen. Das als Lampenfieber bezeichnete Spannungsgefühl vor einem Auftritt eines Schauspielers ist dabei fast normal, es birgt eine gute Portion an innerer Spannung, welche alle Sinne wach hält und uns konzentriert zur Höchstleistung führt.

Selbst alte Hasen wie Peter Alexander meinten beispielsweise: "Trotz jahrelanger Showerfahrung bin ich bei einem Auftritt immer noch so aufgeregt wie ein Anfänger".

Was kann ich gegen Lampenfieber tun?

Ein probates Mittel gegen Lampenfieber sind dabei Entspannungs- und Atem-Techniken.

Setzen Sie sich auf einen Stuhl und lassen Sie Ihren rechten Arm über die seitliche Lehne ganz weit nach unten hängen und klopfen ihn mehrere Male aus. Das Blut fließt in den Fingern zusammen und die Hand beginnt zu kribbeln, konzentrieren Sie sich nur auf Ihre Hand und atmen Sie langsam und gleichmäßig weiter. Durch die Konzentration auf ein anderes Thema und die damit verbundene Ablenkung auf einen anderen Punkt Ihres Körpers, beruhigen Sie Ihr Lampenfieber und stellen über den Atem eine tiefe Entspannung her.

Redeangst – Krieg im Körper

Redeangst geht aber über die oben beschriebenen Symptome weit hinaus. Es beginnt schon, wenn man nur an den Vortrag denkt, an die Präsentation, die man nächste Woche Montag halten soll, ein Unwohlsein mit einem starken Engegefühl in der Brust als bekäme man keine Luft mehr. Bereits mehrere Tage vorher spielen sowohl der Magen als auch die Verdauung verrückt, wenn man an die Situation denkt, bekommt man schlagartig schweißnasse Hände und was früher als Konzentrationsfähigkeit bezeichnet werden konnte, ist wie weggeblasen. An einen regelmäßigen Schlaf ist kaum zu denken.

Während man die Tage vorher noch irgendwie hinter sich bringen konnte, eskaliert die Situation im Moment, wo man die Bühne betritt: das Herz schlägt so heftig, dass man meint, es springt aus dem Brustkorb heraus. Der Hals ist wie zugeschnürt …

Hilfe durch mentale Arbeit

Die Auslöser solcher Ängste können vielfältig sein. Um auf die Ursachen zu kommen und Lösungen zu finden, kann die Arbeit mit einem Trainer, Sprachtherapeuten oder Coach helfen. Die Ursache kann die Angst vor der Blamage oder Versagen sein. Sehr oft handelt es sich um irrationale Ängste. In diesen Fällen wissen wir gar nicht wovor wir Angst haben. Die Arbeit mit inneren Bildern kann hier sehr hilfreich sein.

Man findet durch diese Arbeit dann zum Beispiel heraus: Da gibt es jemanden, der uns nicht zu Wort kommen ließ, der unsere Meinung nicht gelten ließ oder der uns stumm gemacht hat. Hier kann Coaching helfen wider angstfreier zu werden. Das ermöglicht nicht nur einen besseren Vortrag, sondern erhöht auch nachhaltig die Lebensqualität.

Träumen oder die Vorwegnahme einer positiven Zukunft

Visualisations-Übungen bieten dem Unterbewusstsein einen geistig bereits erreichten Endzustand an. Dabei kann das Unterbewusstsein nicht zwischen Vorstellung und Realität unterscheiden und steuert das Körperbewusstsein auf den erstrebten Endzustand hin.

Stellen Sie sich einfach vor wie sie vor einem begeisterten Publikum stehen, wie sie die Menschen mitreißen, wie Ihnen alle Worte genau zum richtigen Zeitpunkt über die Lippen kommen und wie Ihre Zuhörer lachen und Ihren Worten voller Spannung folgen. Sie kommen zum Ende, Ihre Zuhörer sind begeistert, sie stehen auf und applaudieren Ihnen und lachen Sie an.

Und sie spüren genau dieses befriedigende, warme und wohlige Gefühl, eine weite Brust, ein tiefer Atem, und sie hören wie Ihr Chef sagt. "Ein toller Vortrag – Danke!"

Hilfe durch noch einen Alexander

Der australische Schauspieler Matthias Alexander (1869 - 1955) verlor immer wieder durch starke Angst-Attacken während der Aufführung seine Stimme. Das war für den Shakespeare Darsteller eine Bedrohung für seine erfolgreiche Bühnenkarriere.

Mit Hilfe von Spiegeln stellte er fest, dass allein der Gedanke an das Rezitieren bereits eine Anspannung der Nacken-Muskeln und eine flache Atmung durch eine gekrümmte, nach vorne gebeugte Haltung hervorrief. Er entwickelte die Alexander-Technik, welche heute noch an großen Musik- und Schauspielschulen wie der "Royal Academie of Drama and Music" in England gelehrt wird.

Hilfe bei Redeangst Entspannung durch Gleichgewicht

Beginnen Sie damit, einen kleinen Stapel Bücher in etwa 10 cm Höhe soweit hinter sich auf den Teppich zu legen, wie Ihre Körpergröße ausmacht. Sie stehen schulterbreit auf dem Boden und fühlen sich von einer unsichtbaren Hand am höchsten Punkt des Kopfes nach oben gezogen. Achten Sie jetzt schon auf die Entlastung Ihrer Wirbelsäule und Ihres Nackenbereiches.

Setzen Sie sich jetzt langsam auf den Boden und winkeln Sie Ihre Knie an, Ihre Füße stehen flach auf dem Boden. Achten Sie dabei auf Ihre Atmung.

Lassen Sie den Kopf etwas nach vorne fallen, damit die Nackenmuskeln nicht angespannt sind. Rollen Sie nun Ihr Rückgrat Wirbel für Wirbel ab, so dass Ihr Kopf auf dem Stapel Bücher zu liegen kommt.

Die Bücher sollten so platziert sein, dass Ihr Kopf an der Stelle abgestützt wird, an der Ihr Hals am Kopf ansetzt. Wenn der Kopf nicht an der richtigen Position liegt, korrigieren Sie den Stapel Bücher.

Ihre Füße stehen flach auf dem Boden, Ihre Knie zeigen zur Decke. Die Hände liegen entspannt an der Seite, oder sind leicht über dem Bauch gekreuzt. Lassen Sie jetzt Ihr Gewicht vollständig auf den Boden sinken.

Bleiben Sie in dieser Position für ca. 10 Minuten liegen. Der Einfluss der Schwerkraft zieht die Wirbel etwas auseinander, und richtet Ihren ganzen Körper in seiner natürlichen Statik aus. Vermeiden Sie Muskeln anzuspannen.

Lassen Sie die Augen geöffnet um zu vermeiden, dass sie einschlafen.

Lassen sie Ihren ganzen Körper sich strecken und ausdehnen.

Stehen Sie nun langsam und vorsichtig auf. Vermeiden Sie ein Anspannen und Zusammenziehen des Körpers. Rollen Sie langsam und sanft wieder Wirbel für Wirbel nach oben. Nehmen Sie Ihre Hände zur Unterstützung beim Aufstehen.

Praktizieren Sie diese Übung am besten 2-mal täglich nach dem Aufstehen und vor dem Zubettgehen.

von Ute-Reingard Schmidt (Coach und Trainerin)

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