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angst nicht gut genug sein

7 Anregungen gegen das Gefühl nicht gut genug zu sein - die Angst auflösen

Die Befürchtung "Ich bin nicht gut genug" ist leider keine Antriebsfeder für Verbesserungen, sondern eher ein Hemmschuh und ein klebriger, unangenehmer Schleier auf unserer Seele.

Viele kennen dieses Gefühl, das uns mal stärker und mal schwächer beeinflusst. Die Auswirkungen sind unterschiedlich, aber selten hilfreich. Negative Gedanken, Blockaden, unfaire Selbstkritik, Rückzug, sich unwohl fühlen, Unsicherheit, geringes Selbstvertrauen und fehlender Mut, seine Komfortzone zu erweitern.

Lesen Sie hier, was wir gegen das Gefühl "nicht gut genug sein" tun können. 

7 Anregungen gegen Atelophobie

Wenn Sie an sich arbeiten wollen, dann sind die folgenden 7 Punkte hilfreich. Generell ist es bei solchen Versuchen etwas zu ändern besonders hilfreich, sich Notizen zu machen, um Klarheit zu gewinnen, denn häufig ist es ein wenig komplexer als einige Ratgeber uns weismachen wollen.

Glaubenssätze, Antreiber, unglückliche innere Dialoge … häufig sind es mehrere Ursachen, die wie Verstärker auf das Gefühl "nicht gut genug sein" einwirken.

Die Angst "nicht gut genug zu sein" - Atelophobie
Die Atelophobie gehört zu den Angststörungen und bezeichnet die Furcht vor der eigenen Unvollkommenheit; Angst davor Fehler zu machen, nicht ausreichend Erfolg zu haben oder fehlerhaft zu sein.

 

 
 

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Nicht vergleichen, sondern erkennen

Sich mit anderen zu vergleichen ist selten eine förderliche Idee. Wir alle haben unsere Stärken und Schwächen und neigen leider dazu, an anderen das wahr zu nehmen, was uns an uns missfällt.

Wir werden immer jemanden finden, der schönere Beine hat, besser reden kann, die Liebe gefunden hat, selbstsicherer auftritt, mehr Erfolg hat … schau die langen, dicken Traumhaare … was die sich alles leisten können …

Und wieder flüstert irgendwer uns zu: "Du bist nicht gut genug".

Anregungen:

  • Sprechen Sie mit Ihrem besten Freund oder Ihrer besten Freundin einmal bewusst über das Thema. Sie werden merken, dass Sie nicht allein sind mit Ihren Gedanken.
  • Richten Sie den Blick auf sich und notieren Sie Ihre Stärken und Schwächen. Sie werden erkennen, dass Sie nicht perfekt sind, aber einzigartig. Und außerdem: "Perfekt mag keiner, es ist unnatürlich."
  • Hier finden Sie weitere Übungen, um ein realistischeres Selbstbild aufzubauen: Blinder Fleck in der Psychologie - einfacher Test für innere Stärke

Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit.

Søren Aabye Kierkegaard 

Der Dialog mit dem inneren Kritiker

Der "innere Kritiker" ist derjenige, mit dem wir in Gedanken oder auch laut negative Selbstgespräche führen.

Seit unserer Kindheit hören die meisten ihn und er ist Meister im Rezitieren von zumeist wenig hilfreichen Glaubenssätzen. Diese allgemeinen Urteile, die wir von unserem inneren Kritiker hören, könnten sein:

  • "Tu das nicht, sonst mögen die Leute dich nicht. Sonst bist du nicht liebenswert."
  • "Bleib immer schön bescheiden, sonst wirkst du überheblich und keiner mag solche Menschen."
  • "Das ist mal wieder falsch. Du bist leider nicht so schlau wie die meisten anderen."
  • "Du musst härter und schneller arbeiten, sonst bringst du es zu nichts."

Wenn der innere Kritiker aktiv und laut ist, manifestiert sich das Gefühl, nicht gut genug zu sein und das kann unschöne Folgen haben. Innere Unruhe, nicht allein sein können, Gesellschaft anderer meiden, Schlafprobleme … wir werden oder bleiben unglücklich und sind mit uns und dem Leben unzufrieden.

Anregungen:

  • Treten Sie mit Ihrem inneren Kritiker in den Dialog. Eigentlich meint er es ja gut. Er will uns beschützen, den richtigen Weg zeigen und uns vor Problemen bewahren. Leider kommt er aus einer Zeit, die mit unserer heutigen Persönlichkeit kaum noch etwas zu tun hat. Leider bremst er zumeist, als dass er uns hilft. Es empfiehlt sich, den inneren Kritiker als Verbündeten zu gewinnen. Bitten Sie ihn dann zu kritisieren, wenn Sie etwas tun oder denken, das dazu führt, dass Sie mal wieder glauben: "Du bist nicht gut genug". Das wäre wertvoll.
  • Beschäftigen Sie sich generell mit dem Thema Glaubenssätze? Lesen Sie hier einen Beitrag auf blueprints mit ergänzenden Übungen. (Was sind meine Glaubenssätze? Mich erkennen und verändern in 3 Schritten.)

rede dich nicht schlecht

Die Sprache ist die Kleidung der Gedanken.

Samuel Johnson

Rede dich nicht schlecht

Mit den Worten kommen die Bilder und die Bilder führen zu Emotionen oder zu Gefühlen. Ob nun als Selbstgespräch oder laut ausgesprochen, Worte wirken. Wie schrieb Henry David Thoreau: "Was jemand von sich selber denkt, das bestimmt oder vielmehr zeigt an, was sein Schicksal ist."

Denken und reden Sie bitte nicht schlecht von sich - vor allem nicht vor anderen. "Dafür bin ich einfach zu blöd", "da fehlen mir einfach die Fähigkeiten", "dafür bin ich einfach nicht gemacht" usw.

Worte können nicht zurückgenommen werden. Einmal entsandt, setzen sie sich fest im Gedächtnis anderer und in unserem.

Anregungen:

  • Achten Sie bewusst auf Ihre Gedanken und die eigene Rede über sich selbst. Selbstkritik ist bis zu einem gewissen Punkt wertvoll, aber sich selber schlecht reden führt zu nichts Gutem. Es führt eher dazu, dass wir uns als minderwertig erleben.
  • Die Seele leidet und der Körper schreit auf. So lässt sich umgangssprachlich der Wirkmechanismus der Psychosomatik erklären. Damit das nicht passiert, sollten wir immer wieder versuchen Psychohygiene zu betreiben. Lesen Sie hier, was Sie tun können und welche wirksamen Übungen es dazu gibt. (blueprints-Artikel: Wie funktioniert Psychohygiene? 3 einfache, aber wirksame Schritte)

 

Wenn du dich gering fühlst, läuft etwas in deinem Leben falsch. Bitte ändere das!

Achte auf Klein- und Miesmachen in deinem Umfeld

Leider gibt es Menschen in unserem Umfeld, die uns eine große Hilfe dabei sind, dass wir uns nicht gut genug fühlen. Sie haben ein Talent dafür, unsere schlechten Gedanken über uns selber zu verstärken.

Anregung:

  • Wenn Sie so jemanden in Ihrem Umfeld erkennen, dann wäre ein Gespräch hilfreich. Wichtig ist, dass wir unsere Einschätzung oder unser Feedback auch begründen können. Das können Beobachtungen oder vom anderen getroffene Aussagen sein.
  • Sollte keine Einsicht beim Gesprächspartner bestehen oder er das Thema klein reden, dann wäre "Meiden" oder "Trenneneine weitere Option.

 

Ein schöner Song zum Thema ist das Lied "Hey" von Andreas Bourani. Hören Sie mal rein.

 

Der Rat an dich selbst

Wir sehen uns als nicht gut genug. Das verunsichert, kostet Kraft, wirkt sich auf Sprache und Körpersprache aus und es erzeugt Ängste. Nun kommt die nächste Situation, wo wir eigentlich all unsere Energien brauchen oder eine positive Ausstrahlung. Dies kann eine Prüfung sein, eine Präsentation oder ein Date mit unserem neuen Schwarm - unserer großen Liebe.

Leider steigert sich dann häufig das völlig normale "Lampenfieber" ins Unermessliche, ins Unerträgliche. Die Emotion kommt und die Blockade ist da - und wieder bestätigen wir uns selber: "Du bist nicht gut genug!"

Wie kommen wir nur raus aus dieser Spirale? Eine Möglichkeit, dem Problem zu begegnen ist "der Rat an sich selbst".

Tun Sie so, als wären Sie Ihre beste Freundin oder Ihr bester Freund. Ihre Aufgabe ist es nun, einen wertschätzenden Rat als Merksatz zu formulieren. Sie haben jedoch nicht die Möglichkeit, mit dem Empfänger des Rates zu reden. Sie müssen es schriftlich tun und haben nur 50 Wörter zur Verfügung.

Überreichen Sie sich die Zeilen selber, lesen Sie sich diese laut vor und stecken Sie den Zettel in Ihre Geldbörse.

Jedes Mal, wenn der Gedanke "ich bin nicht gut genug" durch Ihren Geist schleicht, nehmen Sie den Zettel aus Ihrer Börse und lesen Sie es möglichst laut oder in der S-Bahn in Ihrem Geiste vor.

 

nicht gut genug sein

Lasse nie zu, dass du jemandem begegnest, der nicht nach der Begegnung mit dir glücklicher ist.

Mutter Teresa

 

Steigern Sie sich nicht in das Gefühl hinein und fliehen Sie in Selbstmitleid

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein, kann unser Leben zur Hölle machen. In dieser Hölle wird es aber noch heißer, wenn wir uns in Selbstmitleid fliehen.
Wie kann das Schicksal nur so ungerecht zu mir sein? Um uns herum sehen wir Menschen, die fröhlich sind, die glücklich sind, die sich lieben. Wir beneiden sie, um ihre Unbeschwertheit.

Wir fühlen uns allein, ausgeschlossen vom Leben, aussortiert und abgemeldet. Wir sind ja nicht gut genug. Diese Gedankenspirale und die Flucht ins Selbstmitleid sollten wir umgehend durchbrechen. Selbstmitleid wirkt wie ein Verstärker des Gefühls und verankert den Zustand. Deswegen sollten Sie eher aktiv werden wie bei den Anregungen 1 bis 5 und/oder probieren Sie auch die Anregung Nummer 7.

Ein Gedanke von Herrn Morgenstern: 

Du kannst dein eignes Leid nicht tragen
es dünkt so tief dir und so schwer?
so musst nach fremden Leid du fragen,
versenken dich in fremde Klagen -
die eignen hörst du dann nicht mehr.

Christian Morgenstern

 

Lerne Dich trotzdem zu mögen

Es ist wichtig zu erkennen und zu akzeptieren, dass menschliche Schwächen und vermeintliche Fehler eine Beigabe für jeden sind. Wer glaubt, bei anderen wäre alles perfekt, der ist naiv.

Wie heißt es umgangssprachlich: "Unter jedem Dach ein Ach." Söhnen Sie sich mit Ihren dünnen Haaren, Ihrer schiefen Nase, mit Ihrem Aussehen oder mit anderen "Unzufriedenheiten" aus. Sie machen Sie genau zu dem besonderen Menschen, der Sie sind.

Das heißt nicht, dass wir nicht an uns arbeiten können und sollten. Wo wir Möglichkeiten haben, uns geistig und körperlich weiter zu entwickeln, da sollten wir nicht zögern. Aber das, was nicht in unseren Händen liegt, sollten wir erkennen und lernen zu akzeptieren.

Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.

Marcus Aurelius

 

 

Kurzes Video mit Anregungen zum Thema

von Holger Eckstein, Dauer: 6:24 Min.

 

 

Wege gegen die Angst "nicht gut genug zu sein"

Probieren Sie Ihren Weg zu finden. Wie bei allen Entwicklungsempfehlungen auf blueprints möchten wir auch hier darauf hinweisen, dass Patentrezepte zumeist an der Realität abblättern. Wer die Wahrheit verkündet, führt selten Gutes im Schilde.

Falsch wäre Rückzug, das Hineinsteigern in die Angst und zu glauben, dass das Gefühl nicht veränderbar ist.

Zusammenfassung

Mut zeigen und das Thema mit einem wahren Freund oder Vertrauten ehrlich zu besprechen ist ein Weg und der Dialog mit dem Kritiker ein weiterer. Verstärken Sie nicht das Gefühl, indem Sie sich selbst schlecht reden. Nicht vor anderen oder sich selbst.

Achten Sie auch darauf, ob Klein- oder Miesmacher in Ihrem Umfeld lauern. Diese verstärken leider zumeist das unerwünschte Gefühl, verstärken die Angst. Probieren Sie auch einen Rollenwechsel (siehe 5.) und überlegen Sie, welchen Rat Sie sich selber geben würden, um das Problem zu lösen, die Angst zu besiegen.

Das Selbstmitleid ist ein falscher Lösungsansatz. Söhnen Sie sich lieber aus mit dem, was Sie nicht ändern können und ändern Sie, was Ihnen möglich und wichtig ist. Verändern Sie Ihren Blick auf sich, denn die Wahrheit ist weit weg von: "Ich bin nicht gut genug!". Die Wahrheit ist ein Bild eines liebenswerten aber nicht perfekten Menschen - so wie Sie und ich und alle anderen, die Sie und ich kennen.

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