Kreativität fördern – wie du frische Ideen für dein Leben findest
Kreativität einzusetzen, um Lösungen zu entwickeln und neue Wege zum Ziel zu finden, macht nicht nur Spaß – sie erweitert unsere Möglichkeiten. Denn häufig scheitern wir nicht daran, dass es keine Lösung gibt. Wir sehen nur immer wieder dieselben.
Kreativität hilft dabei, gewohnte Denkbahnen zu verlassen, Möglichkeiten neu zu kombinieren und ungewöhnliche Perspektiven einzunehmen. Das gilt im Beruf genauso wie im privaten Leben: bei einer schwierigen Entscheidung, der Suche nach einem neuen beruflichen Weg, der Gestaltung des Alltags oder der Frage, wie ein scheinbar festgefahrenes Problem gelöst werden kann.
Wer Neues erschaffen will, der muss sich von Regeln und von „Bekanntem“ lösen. Der sollte den Mut finden, Spaß an verrückten Ideen zu haben, um wieder etwas von dem Funkeln in die Augen zu bekommen, das wir als Kinder noch besaßen.
Die gute Nachricht: Kreativität ist nicht ausschließlich eine besondere Begabung, die manche Menschen besitzen und andere nicht. Kreatives Denken lässt sich anregen, trainieren und durch geeignete Methoden unterstützen.
Wir zeigen drei einfache Schritte, mit denen du deine kreativen Kräfte gezielt nutzen kannst.
Inhalt: Kreativität fördern
- Was Kreativität eigentlich bedeutet
- Schritt 1: Befreie dich von hindernden Glaubenssätzen
- Umfrage: Was steht deinen guten Ideen am häufigsten im Weg?
- Schritt 2: Der Sturm der Ideen – Brainstorming
- Schritt 3: Bewerten – welche Idee hat wirklich Potenzial?
- Umfrage: Wann kommen dir die besten Ideen?
- Wenn Brainstorming nicht weiterhilft: Drehe das Problem um
- Möchtest du etwas Bestehendes verbessern? Nutze den guten Osborn
- Welche Kreativitätstechnik eignet sich wofür?
- Sieben kleine Gewohnheiten für mehr Kreativität
- Fazit: Kreativität beginnt dort, wo die erste Antwort nicht genügt
- Ergänzungen und Fragen von dir
- Ungewöhnliche Fakten über Kreativität
- Weiterlesen zum Thema auf blueprints
- Quellen und weiterführende Literatur
Kurz zusammengefasst
- Kreativität: Gute Ideen sind neu und zugleich sinnvoll. Kreativität bedeutet, gewohnte Denkwege zu verlassen und neue Möglichkeiten zu entdecken.
- Denkfreiheit: Der innere Kritiker sollte nicht zu früh eingreifen. Erst Ideen erzeugen, dann bewerten – diese Trennung ist zentral.
- Brainstorming: Viele Ideen entstehen leichter, wenn zunächst ohne Kritik gesammelt wird. Häufig ist es sinnvoll, erst alleine und danach gemeinsam weiterzudenken.
- Pausen und Bewegung: Abstand kann Denkblockaden lösen. Besonders Gehen unterstützt das Entwickeln neuer Ideen.
- Bewertung: Gute Ideen sollten nach Nutzen, Aufwand, Umsetzbarkeit, Risiko und Lernwert geprüft werden.
- Experimentieren: Statt eine Idee sofort groß umzusetzen, ist ein kleiner Versuch oft der bessere nächste Schritt.
- Methoden: Je nach Aufgabe helfen unterschiedliche Kreativitätstechniken, etwa Brainwriting, Umkehrmethode, Osborn-Methode oder morphologische Matrix.
- Umsetzung: Kreativität zeigt ihren Wert erst, wenn aus einer Idee konkretes Handeln wird.
Details und Erläuterungen zu allen Punkten im weiteren Artikel.
Was Kreativität eigentlich bedeutet
Das Wort Kreativität verweist auf das lateinische creare: erschaffen, hervorbringen, erzeugen.
In der Kreativitätsforschung wird eine Idee meist dann als kreativ bezeichnet, wenn sie zwei Eigenschaften miteinander verbindet:
- Sie ist neu oder ungewöhnlich.
- Sie ist brauchbar, passend oder sinnvoll.
Das ist eine wichtige Unterscheidung.
Eine völlig verrückte Idee ist noch nicht automatisch kreativ. Sie wird erst interessant, wenn aus ihr etwas entstehen kann, das zu einem Ziel, einer Aufgabe oder einem Problem beiträgt.
Kreativität ist somit die Fähigkeit, neue und zugleich sinnvolle Möglichkeiten zu entdecken.
Eine zweite, sehr praktische Definition lautet:
Merke
Kreativität bedeutet, produktiv gegen bestehende Regeln und eingefahrene Denkweisen denken zu können.
Dabei geht es nicht darum, Regeln grundsätzlich zu missachten. Es geht darum, sie gedanklich verlassen zu dürfen.
Denn manchmal lautet die entscheidende Frage nicht: „Wie kann ich es besser machen?“
Sondern: „Wie könnte es auch ganz anders gehen?“
Kreativität ist kein Talent. Sie ist eine Art zu arbeiten.
John Cleese, britischer Komiker und Autor
Schritt 1: Befreie dich von hindernden Glaubenssätzen
Der erste Schritt zur Entfaltung der Kreativität liegt häufig in der Abschaltung des inneren Kritikers.
Dieser setzt an jedem Lösungsweg etwas aus. Er verteilt eifrig Steine auf bisher unbetretenen Denkwegen.
Kaum taucht ein ungewöhnlicher Gedanke auf, meldet er sich:
- „Das funktioniert doch nie.“
- „Dafür bin ich zu alt.“
- „Das haben wir schon versucht.“
- „So macht man das nicht.“
- „Was sollen die anderen denken?“
- „Dafür fehlt uns das Geld.“
- „Das kann ich nicht.“
Manche dieser Einwände sind später durchaus berechtigt. Das Problem ist lediglich der Zeitpunkt.
Wer jede Idee sofort auf Risiken, Kosten und Schwierigkeiten untersucht, hat kaum eine Chance, etwas Neues zu entwickeln.
Ein „Schuster, bleib bei deinen Leisten“ kann uns beispielsweise daran hindern, einen neuen beruflichen Weg überhaupt in Betracht zu ziehen. Ein „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr“ liefert eine bequeme Ausrede dafür, sich nicht mehr auf unbekanntes Terrain zu wagen.
Achte deshalb bei deinen Kreativitätsvorstößen auf solche Killerphrasen.
Eine hilfreiche Gegenfrage lautet:
„Ist das wirklich unmöglich – oder lediglich ungewohnt?“
Das ist ein erheblicher Unterschied.

Zwei Denkphasen bewusst trennen
Eine der wichtigsten Regeln kreativen Denkens lautet: Erst erzeugen – später bewerten.
In der ersten Phase darf gedacht, kombiniert, übertrieben und gesponnen werden.
In der zweiten Phase kommt der nüchterne Blick:
- Was funktioniert?
- Was kostet es?
- Welche Risiken gibt es?
- Was ist realistisch?
- Was lohnt einen Versuch?
Wer diese beiden Phasen vermischt, erstickt viele Ideen, bevor sie überhaupt wachsen konnten.
Umfrage: Was steht deinen guten Ideen am häufigsten im Weg?
Was steht deinen guten Ideen am häufigsten im Weg?
Schritt 2: Der Sturm der Ideen – Brainstorming
Brainstorming wurde durch den amerikanischen Werbefachmann Alex F. Osborn bekannt. Seine Grundidee war einfach: Menschen sollen zunächst möglichst viele Einfälle entwickeln können, ohne diese sofort zu kritisieren.
Die Grundregeln lauten:
- Kritik zurückstellen
- ungewöhnliche Ideen zulassen
- möglichst viele Ideen entwickeln
- Gedanken kombinieren und weiterentwickeln
Erst anschließend wird geprüft, welche Vorschläge tatsächlich brauchbar sind.
Aber: Gruppen sind nicht automatisch kreativer
Hier lohnt sich ein kritischer Blick auf die bekannte Methode.
Klassisches Brainstorming in Gruppen fühlt sich häufig sehr produktiv an. Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen jedoch seit Langem, dass Gruppen beim direkten Zurufen von Ideen keineswegs automatisch bessere Ergebnisse erzielen als Menschen, die zunächst alleine nachdenken.
Dafür gibt es mehrere Gründe:
- Einer spricht, während andere warten müssen.
- Ein Gedanke geht verloren, während jemand anderes redet.
- Die ersten Ideen geben unbewusst die Richtung vor.
- Zurückhaltende Personen kommen weniger zu Wort.
- Hierarchien beeinflussen, welche Gedanken ausgesprochen werden.
- Menschen passen sich an scheinbar besonders kompetente Gruppenmitglieder an.
Eine wirkungsvolle Variante lautet deshalb: Erst alleine denken – anschließend gemeinsam sammeln und weiterentwickeln.
Damit erhält jeder zunächst die Chance, seine eigene Denkspur zu verfolgen.
Und genau dafür eignet sich die folgende blueprints-Variante.
Stürme alleine!
Eigentlich ist diese Form eher ein Brainwriting, weil die Gedanken aufgeschrieben statt laut ausgesprochen werden. Der Begriff „Brainstorming alleine“ hat sich jedoch eingebürgert.
Du benötigst ungefähr 30 Minuten.
Vorgehensweise
1. Besorge dir Papier und möglichst verschiedene Schreibutensilien. Ein großes Blatt, eine Tafel oder ein Flipchart eignen sich besonders gut.
2. Sorge dafür, dass du ungefähr 30 Minuten ungestört arbeiten kannst.
3. Formuliere deine Herausforderung möglichst konkret.
Statt: „Ich möchte beruflich etwas verändern.“
besser: „Welche Möglichkeiten habe ich, meine berufliche Tätigkeit in den nächsten zwei Jahren stärker nach meinen Interessen auszurichten?“
Oder statt: „Ich möchte mehr Zeit haben.“
besser: „Wie kann ich jede Woche fünf Stunden für Dinge gewinnen, die mir besonders wichtig sind?“
Je besser die Frage, desto besser meistens auch die Ideen.
4. Stelle einen Wecker auf 11 Minuten.
5. Schreibe jetzt alles auf, was dir zur Frage einfällt.
Nicht nachdenken, ob ein Gedanke vernünftig genug ist. Nicht sortieren. Nicht rechnen.
Sammeln.
Beachte dabei folgende Regeln
- Keine Kritik!
- Keine Bewertung!
- Mut zum Außergewöhnlichen!
- Quantität ist wichtig!
- Vorhandene Ideen weiterentwickeln!
- Durchhalten bis zum Ende!
Und wenn als Lösung auftaucht: „Alles verkaufen und ein Jahr auf einer Insel leben.“
… dann wird auch das notiert.
Du musst es später schließlich nicht tun.
Vielleicht steckt darin aber der Gedanke: Auszeit. Vereinfachung. Ortsunabhängigkeit. Besitz reduzieren.
Aus einer scheinbar absurden Idee können mehrere durchaus vernünftige entstehen.
Nach 11 Minuten gehst du einen Kaffee oder Tee trinken!
Das ist nicht nur der gemütliche Teil der Methode. Es ist sinnvoll, den Kopf kurz vom Problem zu lösen. Schaue aus dem Fenster, bewege dich oder erledige für einige Minuten etwas völlig anderes.
Danach stellst du den Countdown auf 5 Minuten.
Nun folgt Runde zwei.
Greife Gedanken aus der ersten Runde auf, kombiniere sie und schreibe bewusst noch ungewöhnlichere Varianten auf.
Hilfreiche Fragen sind:
- Was würde ich tun, wenn Geld keine Rolle spielte?
- Was würde ich tun, wenn ich nur vier Wochen Zeit hätte?
- Was würde ein völlig Außenstehender versuchen?
- Was wäre die mutigste Lösung?
- Welche Möglichkeit lehne ich spontan ab?
- Wie würde ein Kind an die Sache herangehen?
- Wie würde jemand vorgehen, der mein Problem überhaupt nicht kennt?
- Kann ich zwei vorhandene Ideen miteinander verbinden?
Oft beginnt genau hier der interessante Teil.
Die ersten Gedanken sind häufig die naheliegenden. Erst wenn diese ausgeschöpft sind, zwingt sich unser Gehirn auf weniger vertraute Wege.

Schritt 3: Bewerten – welche Idee hat wirklich Potenzial?
Jetzt ändert sich der Denkmodus.
Der innere Kritiker, den wir vorher vor die Tür geschickt haben, darf wieder hereinkommen.
Bewerte nun deinen „Sturm der Ideen“ und entwickle aus den besten Punkten konkrete Aktionen. Dabei solltest du nicht vorschnell nur nach „realistisch“ und „unrealistisch“ unterscheiden. Manche hervorragende Idee wirkt beim ersten Lesen unrealistisch, lässt sich aber in einer abgeschwächten Variante hervorragend nutzen.
Prüfe deine Ideen mit fünf Fragen
- Nutzen: Wie stark trägt diese Idee zur Lösung oder zum Ziel bei?
- Aufwand: Wie viel Zeit, Geld, Energie und Unterstützung sind notwendig?
- Umsetzbarkeit: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?
- Risiko: Was könnte schiefgehen – und wie schwer wären die Folgen?
- Lernwert: Was erfahre ich, wenn ich die Idee zumindest in kleinem Rahmen ausprobiere?
Gerade die letzte Frage wird häufig übersehen.
Du musst nicht wissen, ob eine Idee vollständig funktioniert. Oft genügt ein kleines Experiment.
Statt beispielsweise sofort ein neues Geschäftsfeld aufzubauen, kannst du zunächst mit drei möglichen Kunden sprechen.
Statt dein Leben komplett umzustellen, kannst du eine neue Gewohnheit vier Wochen lang testen.
Statt einen großen Geldbetrag zu investieren, kannst du zunächst einen kleinen Prototyp entwickeln.
Kreativität und Experimentieren gehören eng zusammen.

Wähle nicht zehn Ideen – wähle eine erste Aktion
Ein häufiger Fehler besteht darin, sich nach einer gelungenen Kreativitätsrunde über 37 neue Möglichkeiten zu freuen – und anschließend keine davon umzusetzen.
Deshalb: Welche eine Handlung wirst du als Nächstes durchführen?
Notiere:
- Was tue ich?
- Wann?
- Was benötige ich dafür?
- Woran erkenne ich, dass der Versuch erfolgreich war?
Probiere es aus und denke bitte daran: Du musst es tun, denn Wunsch und Wille allein werden es nicht richten.
Aus einer Idee wird erst durch Handeln eine mögliche Lösung.
Gute Ideen brauchen manchmal eine Pause
Nicht jede Lösung lässt sich erzwingen.
Vielleicht kennst du das Phänomen: Du sitzt lange über einer Aufgabe, kommst keinen Schritt weiter – und plötzlich fällt dir die Lösung beim Duschen, Autofahren, Kochen oder Spazierengehen ein.
Das bedeutet nicht, dass die vorherige Denkarbeit nutzlos war. Im Gegenteil. Oft braucht unser Denken zunächst eine intensive Beschäftigung mit einem Thema und anschließend Abstand.
Deshalb kann folgende Reihenfolge hilfreich sein: Nachdenken → sammeln → loslassen → zurückkehren
Wenn du bei einer Aufgabe festhängst, arbeite nicht zwangsläufig noch härter daran.
Manchmal ist die bessere Strategie: Geh weg vom Schreibtisch.
Gehen bringt Gedanken in Bewegung
Eine besonders einfache Kreativitätstechnik kostet nichts, benötigt keine Schulung und tut nebenbei dem Körper gut: Gehen.
Forscher der Stanford University untersuchten in mehreren Experimenten den Zusammenhang zwischen Gehen und kreativem Denken. Die Versuchspersonen entwickelten beim Gehen deutlich mehr kreative Einfälle als beim Sitzen. Der Effekt zeigte sich sowohl drinnen auf einem Laufband als auch draußen.
Interessant ist allerdings die Einschränkung: Gehen förderte vor allem das divergente Denken – also das Entwickeln vieler verschiedener Möglichkeiten.
Wenn dagegen eine einzige präzise richtige Lösung gesucht wird, ist der Effekt nicht in gleicher Weise zu erwarten.
Deshalb: Wenn du Ideen brauchst, ergehe sie dir.
Nimm eventuell Smartphone oder Notizkarte mit – aber widerstehe der Versuchung, beim Gehen Nachrichten zu beantworten.
Gehen kann die kreative Ausbeute um rund 60 Prozent erhöhen. In den Stanford-Experimenten profitierten 81 Prozent der Teilnehmer beim divergenten Denken vom Gehen. Interessanterweise half Bewegung weit weniger bei Aufgaben, für die genau eine richtige Lösung gesucht wurde. Kreativität und analytische Präzision sind eben nicht dasselbe. Quelle: Studie bei PubMed
Merksatz
Der Spaziergang soll Denkraum schaffen und ihn nicht wieder füllen.
Umfrage: Wann kommen dir die besten Ideen?
Wann kommen dir die besten Ideen?
Wenn Brainstorming nicht weiterhilft: Drehe das Problem um
Manchmal sitzen wir vor einer Frage und finden einfach keinen neuen Ansatz.
Dann kann die Umkehrmethode helfen.
Statt zu fragen: „Wie können wir unsere Kunden stärker an uns binden?“
frage: „Was müssten wir tun, damit möglichst viele Kunden uns verlassen?“
Zum Beispiel:
- Beschwerden ignorieren
- ständig Preise erhöhen
- schlecht erreichbar sein
- Versprechen nicht einhalten
- komplizierte Abläufe schaffen
Nun drehst du die Antworten wieder um.
Plötzlich erscheinen konkrete Ansatzpunkte:
- Beschwerden schneller bearbeiten
- Erreichbarkeit verbessern
- Zusagen zuverlässig einhalten
- Abläufe vereinfachen
Das wirkt zunächst spielerisch. Gerade darin liegt seine Stärke.
Die Frage zwingt das Gehirn aus der gewohnten Lösungsrichtung.
Mehr zur Umkehrmethode findest du hier.
Beitrag: Umkehrmethode – mit der Kopfstandtechnik zur Lösung
Bei der Umkehrmethode – auch Kopfstandtechnik, Kopfstandmethode, Umkehrtechnik oder Flip-Flop-Technik genannt – wird das Problem auf den Kopf gestellt bzw. das Ziel ins Gegenteil verkehrt. Der zentrale Gedanke dieser Kreativitätstechnik ist, darüber nachzudenken, was man unterlassen oder unternehmen muss, um genau das Gegenteil dessen zu erreichen, was man eigentlich will. Hieraus ergeben sich dann Lösungsansätze.
Wir zeigen, wie man diese Methode ganz einfach anwendet.
Hier weiterlesen: Umkehrmethode – mit der Kopfstandtechnik zur Lösung
Möchtest du etwas Bestehendes verbessern? Nutze den guten Osborn
Nicht immer brauchen wir etwas völlig Neues.
Häufig lautet die Aufgabe: Wie können wir etwas Vorhandenes besser machen?
Ein Produkt, einen Ablauf, eine Dienstleistung, einen Arbeitsplatz oder vielleicht sogar eine Gewohnheit.
Hier bietet sich die Osborn-Methode beziehungsweise Osborn-Checkliste an.
Dabei wird das Bestehende mit unterschiedlichen Fragen betrachtet:
- Anders verwenden?
- Anpassen?
- Vergrößern?
- Verkleinern?
- Ersetzen?
- Anders anordnen?
- Umkehren?
- Kombinieren?
Nehmen wir einen gewöhnlichen Besprechungsraum.
Was könnte man weglassen? -> Den großen Tisch.
Was könnte man anders anordnen? ->Stühle im Halbkreis.
Was könnte man ersetzen? -> PowerPoint durch Visualisierung an einer Wand.
Was könnte man kombinieren? -> Besprechung und Spaziergang.
Plötzlich entstehen aus einem bekannten Gegenstand oder Ablauf neue Möglichkeiten.
Mehr zur Osborn-Methode liest du hier.
Beitrag: Osborn-Checkliste bzw -Methode für kreative Problemlösung
Die Welt der Kreativität und Innovation ist faszinierend und voller Überraschungen. Hier kommt die Osborn-Checkliste bzw. Osborn-Methode ins Spiel, ein Werkzeug, das wie ein magischer Schlüssel neue Türen zu Ideen und Lösungen öffnet. Ursprünglich vom Werbefachmann Alex F. Osborn in den 1950er Jahren entwickelt, hat diese Methode seitdem viele Menschen und Unternehmen geholfen, ihre kreativen Blockaden zu überwinden.
Wer eine erfolgreiche Idee bzw. ein Produkt weiterentwickeln möchte, der hat mit der Osborn-Checkliste ein hilfreiches Werkzeug. Wir nutzen sie im blueprints Team immer wieder, um Bestehendes zu verändern, anzupassen oder neue Anwendungsmöglichkeiten zu entwickeln.
Die Methode regt an, inspiriert und führt dich systematisch zu innovativen Denkansätzen, die du vorher vielleicht nie in Betracht gezogen hättest. Anhand mehrerer konkreter Projekte bzw. Herausforderungen zeigen wir die praktische Anwendung der Osborn-Methode auf.
Hier weiterlesen: Osborn-Checkliste bzw -Methode für kreative Problemlösung
Welche Kreativitätstechnik eignet sich wofür?
Nicht jede Methode passt zu jeder Aufgabe. Wer bereits 50 Ideen besitzt, benötigt keine Technik, die weitere 50 produziert. Dann braucht es Bewertung und Entscheidung.
Wer dagegen immer wieder nur dieselben drei Lösungen sieht, sollte bewusst für Denkvielfalt sorgen.
Als Orientierung:
- Walt-Disney-Methode: geeignet, um eine Idee nacheinander aus Sicht des Träumers, Realisten und Kritikers zu betrachten.
- Bisoziation verbindet zunächst nicht zusammengehörende Bilder oder Gedanken, um ungewöhnliche Assoziationen zu erzeugen.
- Brainwriting 635: geeignet für Gruppen, weil mehrere Personen gleichzeitig Ideen schriftlich entwickeln und aufeinander aufbauen können.
- Umkehrmethode (Leitfaden): besonders hilfreich bei Denkblockaden und festgefahrenen Problemen.
- Morphologische Matrix: zerlegt komplexere Aufgaben in Teilbereiche und kombiniert unterschiedliche Teillösungen systematisch.
- Reizworttechnik: nutzt zufällige Begriffe oder Bilder, um vertraute Denkwege zu verlassen.
- Das 6 Hut Denken von De Bono: betrachtet ein Thema bewusst aus unterschiedlichen Denkperspektiven – beispielsweise sachlich, kritisch, emotional oder kreativ.
- Die Methode der zwanzig Ideen: zwingt dazu, über die ersten naheliegenden Lösungen hinauszugehen.
- Lösungen und Ideen beim Gehen: sinnvoll, wenn der Kopf feststeckt und neue Assoziationen benötigt werden.
-
Bionik: nutzt Lösungen aus der Natur als Inspiration für technische und organisatorische Herausforderungen.
Weitere Anregungen findest du im blueprints-Bereich Kreativitätstechniken.
Sieben kleine Gewohnheiten für mehr Kreativität
Kreativität entsteht nicht nur während eines Workshops. Häufig helfen kleine Veränderungen im Alltag.
- Schreibe Einfälle sofort auf. Die vermeintlich unvergessliche Idee ist erstaunlich oft zehn Minuten später verschwunden.
- Suche neue Eindrücke. Andere Bücher, Menschen, Orte und Fachgebiete liefern unserem Denken neues Material.
- Formuliere gute Fragen. „Wie geht das?“ führt meist weniger weit als: „Welche fünf völlig unterschiedlichen Wege könnte es geben?“
- Erlaube unfertige Gedanken. Eine Idee muss beim ersten Auftauchen noch nicht elegant sein.
- Verändere gelegentlich die Umgebung. Ein anderer Arbeitsplatz, ein Café, die Terrasse oder ein Spaziergang können vertraute Denkmuster unterbrechen.
- Nutze Grenzen kreativ. Unbegrenzte Möglichkeiten machen das Denken nicht immer leichter. Die Frage „Wie lösen wir das ohne zusätzliches Geld?“ kann kreativer machen als „Was könnten wir alles tun?“
- Trenne Ideenfindung und Bewertung. Das ist wahrscheinlich eine der wichtigsten Regeln überhaupt.
Der Träumer und der Kritiker werden beide gebraucht. Nur bitte nicht gleichzeitig.
Fazit: Kreativität beginnt dort, wo die erste Antwort nicht genügt
Kreativität ist kein geheimnisvoller Geistesblitz, auf den wir geduldig warten müssen.
Sie entsteht häufig dadurch, dass wir anders fragen, Perspektiven wechseln, gewohnte Regeln probeweise verlassen und mehr als nur die erste vernünftige Antwort suchen.
Dabei dürfen Ideen am Anfang ruhig übertrieben, seltsam oder unrealistisch erscheinen.
Das Entscheidende ist die Reihenfolge:
- Denkraum schaffen
- Ideen sammeln
- Abstand gewinnen
- auswählen
- ausprobieren
Und wenn dir am Schreibtisch gar nichts mehr einfällt?
Dann ist die vielleicht kreativste Entscheidung des Tages ganz einfach:
Steh auf und geh eine Runde.
Ergänzungen und Fragen von dir
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Hat dir der Beitrag bei deiner Frage zum Thema geholfen? Bitte gib uns Feedback. Jeder kleine Hinweis hilft uns und allen Lesern weiter. Vielen Dank!
Ungewöhnliche Fakten über Kreativität
- 15 Sekunden Dösen können erstaunlich produktiv sein. In einer Studie mit 103 Personen entdeckten 83 Prozent derjenigen eine versteckte Lösungsregel, die mindestens 15 Sekunden im ersten Schlafstadium N1 verbracht hatten. Bei den wach Gebliebenen waren es nur 30 Prozent. Wer allerdings tiefer einschlief, verlor den Vorteil wieder. Quelle: Science-Advances-Studie bei PubMed
- Langeweile ist nicht nur Zeitverschwendung. Zwei Experimente mit insgesamt 170 Teilnehmern zeigten: Nach bewusst langweiligen Tätigkeiten schnitten Versuchspersonen bei anschließenden Kreativaufgaben besser ab. Besonders interessant war, dass langweiliges Lesen in bestimmten Aufgaben sogar stärker wirkte als langweiliges Abschreiben. Vielleicht muss also nicht jede freie Minute gerettet werden. Quelle: Creativity Research Journal – Mann & Cadman
- Ein bisschen Lärm kann besser sein als völlige Ruhe. In fünf Experimenten erwiesen sich etwa 70 Dezibel Umgebungsgeräusch als günstiger für kreative Aufgaben als rund 50 Dezibel. Bei 85 Dezibel kippte der Effekt allerdings: Dann litt die Kreativität. Das liefert immerhin eine wissenschaftliche Ehrenrettung für das nicht ganz stille Café. Quelle: Journal of Consumer Research bei JSTOR
- Beim klassischen Gruppen-Brainstorming kann die Gruppe ausgerechnet zum Bremsklotz werden. Eine Meta-Analyse kam zu dem Ergebnis, dass sogenannte nominale Gruppen – Menschen entwickeln ihre Ideen zunächst einzeln und führen sie anschließend zusammen – sowohl bei der Anzahl als auch bei der Qualität der Ideen besser abschnitten als klassisch diskutierende Brainstorming-Gruppen. Je größer die Gruppe, desto ausgeprägter konnte der Produktivitätsverlust werden. Quelle: Meta-Analyse zum Gruppen-Brainstorming
- Zu viel Freiheit ist nicht automatisch gut für Kreativität. Eine Meta-Analyse von 111 veröffentlichten und unveröffentlichten Studien fand im Durchschnitt sogar einen positiven Zusammenhang zwischen Begrenzungen und kreativer Leistung. Das bedeutet nicht „Je mehr Regeln, desto besser“. Entscheidend ist die Art der Einschränkung. Eine brauchbare Grenze kann das riesige Feld der Möglichkeiten auf eine produktive Größe stutzen. Quelle: Meta-Analyse im Journal of Organizational Behavior
- Eine Pause ist manchmal Teil der Arbeit – nicht ihre Unterbrechung. Eine Meta-Analyse von 117 Untersuchungen fand einen messbaren sogenannten Inkubationseffekt: Wer ein Problem nach einer ersten Beschäftigung eine Weile ruhen ließ, fand anschließend eher Lösungen. Besonders bei kreativen Aufgaben war der Effekt sichtbar; leichte Zwischentätigkeiten konnten günstiger sein als geistig anspruchsvolle Ablenkungen. Quelle: Forschungsüberblick zur Inkubation und Problemlösung
Weiterlesen zum Thema auf blueprints
Quellen und weiterführende Literatur
- American Psychological Association: In der Kreativitätsforschung werden kreative Ergebnisse meist über die Verbindung von Originalität/Neuheit und Angemessenheit beziehungsweise Nutzen beschrieben.
- Oppezzo, M. & Schwartz, D. L. (2014): Give Your Ideas Some Legs: The Positive Effect of Walking on Creative Thinking. Vier Experimente zeigten insbesondere positive Effekte des Gehens auf divergentes kreatives Denken.
- Stroebe, W., Nijstad, B. A. & Rietzschel, E. F.: Forschungsüberblick zu Produktivitätsverlusten beim klassischen Gruppen-Brainstorming und zum sogenannten „production blocking“.
- Mullen, B., Johnson, C. & Salas, E.: Meta-Analyse zum Brainstorming; nominale Gruppen – also zunächst einzeln arbeitende Personen, deren Ergebnisse zusammengeführt werden – erzielten in den untersuchten Studien im Mittel mehr und bessere Ideen als klassische interaktive Brainstorming-Gruppen.
- Alex F. Osborn: Applied Imagination, erstmals 1953 veröffentlicht. Zu seinen Brainstorming-Grundprinzipien gehören das Zurückstellen von Kritik, das Zulassen ungewöhnlicher Ideen, Quantität sowie das Kombinieren und Verbessern vorhandener Gedanken.


