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Unternehmensziele findenErfahren Sie, wie Sie Unternehmensziele finden. Besonderes Augenmerk haben wir dabei auf die Anwendung von Kreativitätstechniken gelegt. Am Ende des Artikels finden Sie eine Zusammenstellung von Techniken, Hilsmittel und weitere hilfreichen Informationen.

Wünsche motivieren und Ziele weisen die Richtung

Bevor Ziele formuliert, vereinbart oder Maßnahmen zur Erreichung erarbeitet werden, sollten Wünsche vorhanden sein. Aus diesen lassen sich dann kraftvolle Ziele ableiten. Manche Ziele ergeben sich zwangsläufig aus übergeordneten Zielen oder aus reiner Notwendigkeit der Unternehmensrealität. Hier stellt das Finden die kleinere Aufgabe da.

Welche Möglichkeiten gibt es, wenn Ziele nur vage oder nicht vorhanden sind? Wie finden wir alleine oder in der Gruppe Ziele, die für die Zukunft wertvoll sind?

Das Vorgehen kann eher rational und analytisch sein oder aber kreativ und assoziativ. Der von uns empfohlene Weg, liegt dazwischen, also in der Kombination. Auch mit den besten Instrumenten und Techniken lässt sich die Zukunft nur ungenau vorraussagen. Zu viele Faktoren wirken aufeinander ein.

Geh’ nicht immer auf dem vorgezeichneten Weg, der nur dahin führt, wo andere bereits gegangen sind.

Alexander Graham Bell

Das Wertvolle dieser im Anschluss beschriebenen Techniken ist jedoch, dass es damit möglich wird, sich mit der Zukunft aktiv auseinander zu setzen. Risiken, Gefahren, Chancen und Möglichkeiten werden so transparent und können in der Formulierung und bei den Maßnahmen zur Zielerreichung berücksichtigt werden.

Im eher kreativen und assoziativen Arbeiten an den Zielen fließen die Werte und Erfahrungen sowie bewusstes und unbewusstes Wissen mit ein. Hier liegen die Chancen im Finden neuer Wege, Abgrenzung zum Wettbewerb und im Entstehen „verrückter Ideen“, aus denen häufig erfolgreiche neue Produkte, Dienstleistungen und Erfindungen entstanden sind.

Da Ziele nicht nur realistisch, sondern auch erstrebenswert und attraktiv sein sollten, empfiehlt es sich, die Techniken je nach Aufgabenstellung und Gruppengröße auszuwählen und zu kombinieren. Folgende Techniken sind Möglichkeiten, Ziele zu finden bzw. zu konkretisieren.

 
 

Trendextrapolation

Bei der Technik der Trendextrapolation geht wir davon aus, dass alles sich so weiter entwickelt wie bisher. Wir legen quasi ein Lineal an die bisherigen Entwicklungen an und führen diese fort.

Nach dem österreichischen Ökonomen Joseph Schumpeter weist eine Zeitreihe einen Trend auf, "wenn es möglich ist, das ganze durch sie erfasste Zeitintervall so in Unterintervalle zu teilen, dass die Mittelwerte der Zeitintegrale über diese Unterintervalle in Abhängigkeit von der Zeit monoton zunehmen oder abnehmen oder dass sie nur einmal die Wiederkehr der gleichen Zahlen aufweisen".

Beispiel:

Der Umsatzanteil unserer Firma in der Schweiz im Bereich CAD-Systeme für Handwerker: 2015: 5 %, 2016: 7 %, 2017: 9 %

-> Trendextrapolation (linearer Trend)
für 2018: 11 %

Es gibt verschiedene Grundtypen von Trends, die je nach der Wahl der Trendbestimmung verwendet werden. In linearer, hyperbolischer, logistischer, polynomialer und der exponentieller Trend wird hier unterschieden.

Diese Methode ist relativ einfach und schnell zu realisieren - vielleicht ist sie deshalb so beliebt. Doch leider wird sie häufig der immer komplexer werdenden Wirklichkeit nicht gerecht. Märkte verändern sich, die Kaufkraft sinkt oder steigt, Grenzen fallen und die Demographie (Bevölkerungszusammensetzung) verändert sich in manchen Regionen rapide. Man nennt diese Art der Extrapolation auch das "Weiter-so-wie-bisher-Szenario".

Ölplattform

Szenariotechnik

Die in den 60er Jahren in den USA entwickelte Szenariotechnik hat mittlerweile ihren Platz in der Anwendung für ökonomische und gesellschaftliche Fragestellungen gefunden. In einer immer komplexer werdenden Welt versucht man durch diese Technik denkbare Zukünfte abzubilden, um seine Ziele und Aktivitäten daran auszurichten.

Der verstärkte Einsatz der Szenario-Technik in Unternehmen startete Anfang der 70er-Jahre. Shell bzw. die Royal Dutch/Shell Group of Companies ersetzte als erstes Unternehmen die klassischen Prognosemethoden durch den Einsatz der Szenariotechnik und überwand damit die erste Ölkrise besser als alle anderen Unternehmen der Branche.

Die Szenario-Methode wurde permanent weiterentwickelt, an die unterschiedlichsten Anwenderbedürfnisse angepasst und ist heute ein Instrument, das sowohl multinationalen als auch kleinen und mittelständischen Unternehmen hilft, ihre Zukunft erfolgreich zu gestalten.

Szenariotechnik
Trendszenario mit positivem und negativem Extremszenario


Bei dieser Technik werden mehrere denkbare Entwicklungen für das Unternehmen und seine Umwelt in die Zukunft hineinprojiziert. Es wird versucht hierbei alle wesentlichen Einflussgrößen zu berücksichtigen.

Das Ergebnis ist die Beschreibung einer zukünftigen Situation sowie die Darstellung des Weges dorthin. Das entwickelte Szenario kann so auch dazu genutzt werden, geeignete mittel- und langfristige Ziele zu finden und zu formulieren.

Kostenfreier Download

Checkliste: Ziele im Unternehmen

Zur Darstellung von Szenarien wird häufig der Szenario-Trichter genutzt. Dieser stellt das positive Extrem-Szenario sowie das negative Extrem-Szenario dar. Weitere Szenarien werden innerhalb des Trichters dargestellt. (Trendszenario, realistisches Entwicklungsszenario etc.)

Die Berechnung von verschiedenen Szenarien, also möglichen Zukünften, ist eine mathematisch anspruchsvolle Aufgabe, die hier nicht weiter dargestellt werden soll. Es wirken viele Faktoren in dieser Methode zur Zielfindung, die gewichtet werden müssen, um die Berechnung handhabbar zu halten.

Im folgenden Schaubild haben wir die Faktoren, die sich besonders stark in einem betreuten Unternehmen auswirken, dunkler dargestellt. Nutzen Sie auch bei dieser Technik Farben und Formen, um mehr Klarheit und Transparenz zu schaffen.

Zielinterdependenzen
 
In jedem Unternehmen sind es andere Faktoren, die besonders stark auf die Ziele einwirken.


Die Szenariotechnik sollte nicht in einer Schlacht der mathematischen Formeln und Excel-Matrizen enden. Nutzen Sie diese strukturierte, mathematisch unterstützte Methode, um einen Überblick für mögliche Entwicklungen in der Zukunft zu bekommen und lassen Sie dann auch Raum für Kreativität und Gefühl, um attraktive und realistische Ziele zu finden und zu formulieren.

Das Mind Mapping®

Das Mind Mapping® ist eine Technik, mit der möglichst viele Ideen, Wünsche, Vorstellungen, Bilder etc. gesammelt werden können, die dann die Grundlage für die Auswahl der Ziele bzw. des Ziels bilden.  Sie auch unseren Beitrag Mind Mapping.

Mind Map
Ideen für Ziele in einer Abteilung

 

Der zentrale Begriff, der in der Mitte des Mind Maps® steht (Thema) könnte zum Beispiel lauten: "Ziele in der Entwicklung bis zum 31.12.2020" oder "Ziele in der Führung bis zum 15.12.2021".

Die Technik kann in der Gruppe oder alleine angewandt werden. Achten Sie bitte darauf, dass auch "verrückte Ideen" ihren Weg in das Mind Map® finden. Aus solchen Ideen sind häufig nach genauerer Betrachtung und Analyse sinnvolle und wertvolle Ziele entstanden.

Kartenabfrage oder Brainwriting

Um eine Gruppe am Zielfindungsprozess zu beteiligen und um möglichst viele Ideen zu erhalten, bietet sich die Kartenabfrage (auch "Brainwriting") an.  Die Methode stellen wir Ihnen im Beitrag Brainwriting detailliert vor.

Gerade die "ruhigen" Mitarbeiter, die häufig aber hervorragende Ideen haben, können so in die Suche integriert werden. Außerdem erhalten Sie beim Clustern (thematische Zusammenfassung der Karten, z. B. an der Pinnwand) der Ergebnisse einen guten Eindruck von Ideen für Ziele, die mehreren Mitarbeitern sehr wichtig sind. Wichtig bei der Arbeit mit dieser Methode ist ein gut geschulter Moderator, der den Gruppenprozess steuert und nicht die Ergebnisse.

Brainstorming

Auch diese Methode stellen wir Ihnen im Einzel-Beitrag Brainstorming näher vor. Hier sollte der Moderator darauf achten, dass alle Teilnehmer sich einbringen und die Ideen bei der Sammlung nicht bewertet werden. Gerade bei Brainstorming ist es wichtig, dass die Teilnehmer sich an die Regeln halten, um ein möglichst umfassendes Bild der Ideen zum Thema zu erhalten. Eine Auswahl von förderlichen Regeln für solche Arbeiten finden Sie in unserem Downloadbereich.

Inzwischen wird diese Methode aber immer mehr in Zweifel gezogen, weil es auf Grund der Struktur des Gedächtnisses nur schwer gelingt, wirkliche Kreatvitätspotentiale zu kreieren, wenn der Ideenträger mit seinen Anregungen warten muss, bis andere ausgesprochen haben. Wir verweisen hier auf die Forschungsergebnisse der Psychologieprofessoren Michael Diehl und Wolfgang Stroebe.

Für den, der nicht weiß, welchen Hafen er ansteuert, ist jeder Wind der richtige Wind.
Seneca

Wenn Sie den Weg weiter gehen wollen, finden Sie hier hilfreiche Artikel, Downloads und mehr.

 

Über den Autor


Michael Behn, Trainer

Michael Behn arbeitet als Unternehmensberater, Trainer und Coach für mittelständische Unternehmen der IT-Branche, für Automobilzulieferer, Produktionsunternehmen und Banken sowie Einrichtungen auf dem Gesundheitssektor.

Schwerpunkte sind konzeptionelle Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung. Häufige Themen sind Vertrieb, Führung, Telefonservice, Teamkommunikation, Zeit- Selbstmanagement. Er hat mehrere Bücher geschrieben, Online-Kurse zu den Themen entwickelt und betreibt ein Onlineportal mit rund 14.000 Mitgliedern.

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