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Freudscher Fehler
Freudscher Fehler – Bedeutung – Ooops, das wollte ich doch nur denken
Die Herkunft des Begriffs geht auf den österreichischen Psychiater Sigmund Freud (* 1856, † 1939) zurück. Er gilt als der Begründer der Psychoanalyse. Freud verglich unsere Seele mit einem Eisberg, der nur zu einem kleinen Teil über der Wasseroberfläche (Bewusstsein) zu sehen ist, der weitaus größere Teil liegt aber unter der Wasseroberfläche (Unterbewusstsein) verborgen.
So ist auch der Freudsche Fehler (auch Freudsche Fehlleistung oder Lapsus Linguae) zu erklären. Es ist eine Aussage, die bewusst so nicht getroffen werden sollte, aber den wahren (meist verborgenen) Wunsch erkennen lässt.
Beispiel: Du sagst bei der Begrüßung "Auf Wiedersehen" zu jemandem anstatt "Guten Tag". Ein anderer sagt "Es freut mich, dich nicht zu sehen."
Laut neurolinguistischen Untersuchungen existieren verschiedene Störungen des Sprachablaufs. Grund können aber auch Beschädigungen oder Fehlbildungen von Teilen des Sprachzentrums im Gehirn sein. Deswegen muss nicht jeder Versprecher eine Freudsche Fehlleistung sein.
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Halkyonische Tage
Halkyonische Tage – Bedeutung und Herkunft der Tage des Glücks und der Ruhe
Als "Halkyonische Tage", auch Halkyonische Periode, bezeichnen wir glückliche Tage voll Frieden und Ruhe.
Herkunft
Seine Herkunft geht zurück auf eine griechische Sage, in der sich die Frau eines Seefahrers namens Halkyone ins Meer stürzt, nachdem sie erfährt, dass ihr Mann auf einer Seefahrt umgekommen ist.
Gerührt von diesem Liebesbeweis verwandelten die Götter das Paar in Eisvögel, die ihre Brutzeit zur windstillen Zeit der Wintersonnenwende haben. In einer Legende über Eisvögel (auch als Halkyon bezeichnet) beruhigt der Eisvogel das Meer während dieser Zeit, um ungestört seine Eier auszubrüten.
Bedeutung
"Halkyonische Tage" verwenden wir heute metaphorisch, um eine Zeit der Ruhe, Harmonie und Gelassenheit zu beschreiben.
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Heureka – Herkunft
Heureka! Bedeutung und Herkunft des Ausrufs
Der Ausruf "Heureka" verdankt seine Herkunft einer Anekdote um den griechischen Mathematiker Archimedes, der im 3. Jahrhundert vor Christus in Syrakus lebte.
Er soll das Prinzip des Auftriebes beim Baden entdeckt haben und anschließend nackt durch Syrakus zum König gelaufen sein und immerfort "Heureka!" gerufen haben, was so viel bedeutet wie "Ich habe es gefunden!"
Heutige Bedeutung: "Heureka!" ist nach wie vor ein Ausruf der Freude nach Lösung eines schwierigen Problems oder bei einem triumphalen Aha-Moment.
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Hols der Kuckuck - Bedeutung
Hol's der Kuckuck - Fluch oder Sprachwitz? Bedeutung und Herkunft
Seine Herkunft hat diese Redewendung in der Geschichte des Volks- bzw. Aberglaubens.
Der Kuckuck war früher nicht einfach nur ein Vogel, der den Frühling ankündigt - im Aberglauben des Mittelalters stand er für das Unheimliche, das Verborgene - und sogar für den Teufel.
"Hol's der Kuckuck" bedeutete früher: Möge dich das Böse holen. Eine Art Fluch, ein Wegwunsch - aber einer, der nicht ganz so drastisch klingt wie "Fahr zur Hölle!"
Dass der Kuckuck seine Eier in fremde Nester legt, machte ihn zu einem Symbol für Betrug und Heimtücke. Andererseits ruft er stets nur den eigenen Namen, was eitel erscheint. Bezeichnet man jemanden als "Kuckuck", dann sieht man in ihm eine undankbare und eitle Person.
Heute ist der Ausdruck stark abgeschwächt. Meistens wird er in humorvoller, manchmal leicht verärgerter Weise gebraucht. So wie man sagt: "Zum Donnerwetter noch mal!" oder "Verdammt nochmal!"
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Ich wittre Morgenluft – Bedeutung
Ich wittre Morgenluft – die Chance riechen – heutige Bedeutung
Seine Herkunft verdankt die Redensart "Ich wittre Morgenluft" einer Schlegel-Tieck-Übersetzung aus Shakespeares Hamlet (I,5).
Sie geht zurück auf den Ausspruch des Geistes von Hamlets Vater "But soft! Me thinks I scent the morning air" (Doch still, mich dünkt, ich wittre Morgenluft).
Bei Shakespeare ist der Ausdruck wörtlich gemeint, da der Geist bei Anbruch des Tages verschwinden muss.
Heutige Bedeutung: Wir verwenden heute den Ausspruch "ich wittere Morgenluft" in übertragener Bedeutung und meinen, dass wir "die eigene Chance wittern" oder "für ein Vorhaben einen günstigen Verlauf voraussehen".
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Ins Fettnäpfchen treten – Bedeutung und Beispiele
Das hinterlässt keine schönen Spuren
Ins Fettnäpfchen treten – Bedeutung und Beispiele
Herkunft
Seine Herkunft hat die Redewendung "Ins Fettnäpfchen treten" auf den Brauch in Bauernhäusern, meist in der Nähe des Ofens, ein Topf mit Stiefelfett aufzustellen. Dieser diente den Eintretenden dazu, sich umgehend die nassen Stiefel einzureiben. Wenn nun versehentlich jemand in den Topf mit dem Fett trat und Flecken auf den Dielen machte, verärgerte er die Frau des Hauses.
Eine weitere Variante der Erklärung soll der Brauch sein, einen Napf auf den Küchenboden zu stellen, damit das herabtropfende Fett von zum Räuchern aufgehängten Würsten und Schinken aufgefangen wird. Auch hier war der Tritt ins Näpfchen nicht von Vorteil.
Heutige Bedeutung
Wenn wir heute "ins Fettnäpfchen treten", dann haben wir, durch eine ungeschickte Handlung oder durch eine unglückliche Äußerung, jemanden verärgert bzw. seinen Unwillen erregt.
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Kaiserwetter – Bedeutung
Kaiserwetter – Bedeutung, Herkunft – Traumwetter für alle
Die Herkunft dieser Redensart geht zurück auf den deutschen Kaiser und preußischen König, Kaiser Wilhelm II (1859 - 1941).
Zu jener Zeit benötigte man film- und mediengerechtes Wetter, um in den Massenmedien zu "glänzen". Selbst kurzfristig wurden Termine abgesagt, wenn das "Kaiserwetter" ausblieb.
Heutige Verwendung: "Kaiserwetter" wird heute sprichwörtlich für strahlenden Sonnenschein und blauen Himmel verwendet.
Der Begriff "Kaiserwetter" wird auch in Verbindung mit bestimmten Regionen genannt, die für ihr besonders sonniges und trockenes Klima bekannt sind, wie zum Beispiel Südtirol. In manchen Gegenden wird der Begriff aber auch für sehr kaltes Wetter verwendet, das aber dennoch sonnig und klar ist.
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Krähwinkeleien – Bedeutung
Krähwinkeleien - Bedeutung, Herkunft und Beispiele für den Ausdruck
Seine Herkunft verdankt der Begriff "Krähwinkel" der Satire "Das heimliche Klagelied der jetzigen Männer" des deutschen Dichters und Publizisten Jean Paul (1763 - 1825). Das Wort ist vom Althochdeutschen "chrawinchl" abgeleitet und bezeichnet die abgelegenen Einzelsiedlungen der nistenden Krähen.
Danach wurde der Begriff durch August von Kotzebue bekannt mit seinem Lustspiel Die deutschen Kleinstädter (1802). Auch hier wirkt "Krähwinkel" als Symbol für Kleinbürgerlichkeit, Engstirnigkeit.
Heutige Bedeutung: Mit "Krähwinkeleien" bezeichnen wir heute kleinliche, spießige, engstirnige Verhaltensweisen oder Ansichten - oft in Bezug auf Leute, die sich über Kleinigkeiten streiten oder ihre Umgebung nur aus einem sehr provinziellen Blickwinkel wahrnehmen.
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Krokodilstränen weinen - Bedeutung, Herkunft und kuriose Fakten
Krokodilstränen weinen - Bedeutung, Herkunft und kuriose Fakten
Der Ursprung des Ausdrucks "Krokodilstränen weinen" liegt in einem uralten Mythos, der bereits im Mittelalter kursierte. Damals glaubte man, dass Krokodile beim Fressen ihrer Beute weinen würden. Das wurde als besonders hinterlistig und grausam gedeutet - denn wie kann jemand trauern, während er gleichzeitig tötet?
Dieser Glaube fand sich u. a. in mittelalterlichen Bestiarien, also Tierlexika mit symbolischer Bedeutung. Besonders populär wurde die Vorstellung durch den englischen Reisenden Sir John Mandeville, der im 14. Jahrhundert schrieb, Krokodile töten Menschen und würden dann "weinen und jammern". Später griff auch Shakespeare in "Othello" das Bild auf: "Each drop she falls would prove a crocodile." Sinngemäß übersetzt: "Jede Träne, die sie vergießt, würde sich als Krokodilsträne erweisen."
Heute weiß man, dass Krokodile tatsächlich Tränen absondern - allerdings hat das rein physiologische Gründe. Beim Fressen pressen sie Luft durch die Tränendrüsen, wodurch Flüssigkeit austritt. Kein Mitleid, nur Biologie.
Eine weitere Erklärung der Herkunft des Ausdrucks "Krokodilstränen weinen" soll auf eine weitverbreitete Sage aus dem Mittelalter zurückgehen. Man glaubte, dass Krokodile wie Kinder weinen und damit Menschen anlocken, um sie dann zu verschlingen.
Heutige Bedeutung: Wenn jemand "Krokodilstränen weint", dann meint man damit, dass diese Person zwar so tut, als ob sie traurig wäre, aber in Wirklichkeit keine echte Trauer empfindet. Die Tränen sind also nicht ehrlich gemeint. Es geht um gespieltes Mitleid, um Show, um Fassade.
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Landgraf, werde hart!
Landgraf, werde hart! – Bedeutung und Herkunft – nur die Harten kommen in den Garten
Herkunft
Seine Herkunft verdankt diese Redewendung einer Sage von Johannes Rothe. Er berichtet vom Landgraf Ludwig von Thüringen (1140 - 72), der anfänglich so milde geherrscht haben soll, dass die Mächtigen im Lande übermütig wurden und das Volk ausbeuteten und quälten.
Während eines Jagdausfluges verirrte sich jener Landgraf und fand bei einem Schmied im Thüringer Wald Unterkunft. Auch dieser wurde von den Oberen aufgrund der Milde des Landgrafs ausgepresst. Der Schmied, der den Landgraf nicht erkannte, habe, während er nachts immer wieder auf seinen Amboss schlug, auf die Lässigkeit des Grafen geflucht und mit jeden Schlag gefordert: "Nun werde hart". Immer wieder soll er geklagt haben: "... du böser, unseliger Herr! Was taugst du den armen Leuten zu leben? Siehst du nicht, wie deine Räte das Volk plagen?"
Aufgrund dieses Erlebnisses soll der Landgraf alsbald für Zucht und Ordnung im Lande gesorgt haben.
Die heutige Form des Sprichworts "Landgraf, werde hart!" stammt aus Wilhelm Gerhards (1780 - 1858) Gedicht "Der Edelacker".
Bedeutung
Heutige Verwendung 1: Die Aufforderung "Landgraf, werde hart!" gilt als Ermahnung an einen allzu milden Vorgesetzten oder an eine Regierung, strenger gegen Unrecht und Missstände vorzugehen.
Heutige Verwendung 2: Wir nutzen den Ausdruck auch, um Menschen aufzufordern, sich Herausforderungen mit Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen zu stellen. Es geht darum, keine Angst vor Schwierigkeiten zu haben, sondern sich ihnen mutig zu stellen und den eigenen Weg zu gehen.
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Löwenanteil Sprichwort
Der Löwenanteil – ein immer noch gültiges Sprichwort aus einer uralten Fabel
Zurückzuführen ist dieser Ausdruck auf die Fabel "Der Löwe, der Esel und der Fuchs" des griechischen Dichters Aesop.
Als "Löwenanteil" bezeichnen wir den weitaus größeren Anteil, den jemand erhält. Zumeist, wie in dieser Fabel, ist es der Größte oder Mächtigste, der den Löwenanteil erhält.
Herkunft des Sprichwortes: Die Fabel von Aesop
Löwe, Esel und Fuchs schlossen einen Bund und gingen zusammen auf die Jagd. Als sie reichlich Beute gemacht hatten, befahl der Löwe dem Esel, diese unter sich zu verteilen.
Der Esel teilte die Beute in drei gleich große Teile und forderte den Löwen auf, sich selbst einen davon zu wählen.
Da wurde der Löwe wild und zerriss den Esel in Stücke. Dann befahl der dem Fuchs zu teilen. Der Fuchs schob fast die ganze Beute dem Löwen zu und behielt nur einen kleinen Teil für sich.
Der Löwe brummte zufrieden und fragte den Fuchs: "Wer hat dir beigebracht, so weise zu teilen?"
"Der Esel", antwortete der Fuchs.
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Macho Bedeutung Herkunft Beispiele
Macho - Bedeutung und Herkunft des Begriffs und Beispiele für die Verwendung
"Macho" hat seine Herkunft im Spanischen. Dort bedeutet es schlicht "männlich" oder "männliches Tier". Neutral und ohne Wertung. Der Ursprung führt aber weiter zurück ins Lateinische, zum Wort masculus, was ebenfalls "männlich" bedeutet.
Über das Spanische gelangte der Begriff ins Englische und schließlich im 20. Jahrhundert ins Deutsche. Im Deutschen übernahm man jedoch nicht nur die neutrale Bedeutung, sondern auch die Verbindung zum "Machismo". Und das ist der Punkt, an dem das Wort seine heutige Färbung bekam: nicht mehr nur "männlich", sondern "übertrieben männlich", oft mit einem negativen Beiklang.
Heute bezeichnest du mit "Macho" meistens einen Mann, der seine Männlichkeit demonstrativ in den Vordergrund stellt. Typische Eigenschaften, die man ihm zuschreibt:
- Dominanz und Härte
- ein konservatives Rollenbild (Mann stark, Frau fügsam)
- Protzerei mit Statussymbolen
- abwertendes Verhalten gegenüber Frauen
- fehlende Empathie
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Morpheus' Arme - Bedeutung
Morpheus' Arme - Bedeutung und Herkunft der Grüße vom Traumgott
Herkunft
Der Gott des Schlafes ist eigentlich Hypnos, der Sohn der Nacht. Die Redewendung "Morpheus' Arme" verdankt seine Herkunft dem Sohn von Hypnos namens Morpheus, auch als griechischer Traumgott bekannt.
Bedeutung
Wenn du heute Morgen aus "Morpheus' Armen" gerissen wurdest, dann riss man dich aus einem ruhigen Schlaf.
Morpheus' Arme = seliger Schlaf
Der Ausdruck ist in verschiedenen Verbindungen zu hören:
- Wir können in Morpheus' Armen liegen.
- Wir könnten in Morpheus' Arme sinken.
- Wir sehnen uns nach Morpheus' Armen.
Hier findest du "Morpheus' Arme" erläutert ► Beispiele der Verwendung ► Mehr zur Herkunft ► Umfrage zur Verwendung ► Synonyme zu Morpheus' Arme ► Artikel zum Thema Schlaf und Träumen ► Videos zum Thema Schlaf
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Nichts Neues unter der Sonne - Bedeutung und Herkunft
Nichts Neues unter der Sonne – Bedeutung und Herkunft
Diese Redewendung verdankt seine Herkunft dem Buch Kohelet (oder Prediger) im alten Testament.
Kohelet ist eine weise und philosophische Abhandlung über das Leben und die Welt, zugeschrieben dem biblischen König Salomo. In Kohelet 1,9 (Lutherbibel) heißt es:
„Was gewesen ist, das wird wieder sein; was geschehen ist, das wird wieder geschehen; es gibt nichts Neues unter der Sonne.“
Ursprünglich hatte die Redensart in der Bibel eine tief religiöse und philosophische Bedeutung. Sie betonte die Vorstellung, dass die Welt von Gott geschaffen wurde und dass sich alles, was in der Welt geschieht, im Rahmen eines göttlichen Plans wiederholt. Es war eine Erinnerung an die Endlichkeit menschlicher Bemühungen und den unveränderlichen Lauf der Dinge.
Heutige Bedeutung: Wenn wir heute diesen Ausspruch nutzen, dann geben wir etwas resigniert der Erkenntnis Ausdruck, dass bestimmte Geschehnisse und Verhaltensmuster immer wiederkehren und uns nicht überraschen bzw. enttäuschen sollten.
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Nürnberger Trichter
Nürnberger Trichter – Bedeutung, Herkunft und Verwendung
Die Herkunft der Redewendung „Nürnberger Trichter“ liegt in der frühen Neuzeit, genauer im 17. Jahrhundert. Sie geht zurück auf den Nürnberger Dichter und Sprachgelehrten Georg Philipp Harsdörffer (1607–1658).
Harsdörffer veröffentlichte 1647 in Nürnberg ein Buch mit dem Titel:
„Poetischer Trichter. Die Teutsche Dicht- und Reimkunst / ohne Behuf der lateinischen Sprache / in VI Stunden einzugießen“.
Das Werk gilt als eigentliche Herkunftsquelle des Begriffs. Es verstand sich als Lehrbuch, das auch Menschen ohne Lateinkenntnisse in kurzer Zeit mit den Grundlagen deutscher Dichtkunst vertraut machen sollte. Der „Trichter“ diente dabei als humorvolle Metapher: Wissen könne – natürlich sinnbildlich – in den Geist des Lernenden „gegossen“ werden.
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Ojemine! – Herkunft
Ojemine! Herkunft & Bedeutung von O Jesus mein
Seine Herkunft verdankt der Ausruf "Ojemine" bzw. "O Jemine" kreativen Gläubigen. Als Bekundung des Mitleids, des Entsetzens oder der Überraschung hat es seinen Ursprung in der lateinischen Anrede für "Herr Jesus".
Aus "O Jesu Domine" wurde somit der Stoßseufzer "O Jemine!" oder in der Kurzform "Oje!". "O herrje(h)" entstand entsprechend aus "Herr Jesus".
Diese entstandenen Verhüllformen wurden damals in der Gesellschaft besser akzeptiert und man bekam weniger Ärger mit Kirchdienern.
Jim: "Das Meeting dauerte gestern bis 19:15 Uhr."
John: "Ojemine, da warst du ja erst spät zu Hause." -
Penelopearbeit
Penelopearbeit – Arbeit ohne Ende – Bedeutung, Herkunft
(griech., aus Homers Odyssee) Penelope war die Frau des tapferen, klugen und verschlagenen Odysseus.
Seine Herkunft hat der Ausdruck in einer denkwürdigen Handlung von Penelope. Während der Irrfahrten von Odysseus hielt sie die Bewerber um ihre Hand hin. Sie versprach ihnen Gehör, sobald sie für ihren Schwiegervater Laertes ein Totengewand fertiggewebt hätte. Nachts löste sie aber wieder auf, was sie tagsüber geschaffen hatte.
Penelopearbeit ist zu einem anderen Ausdruck für "Arbeit ohne Ende" geworden.
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Potemkinsche Dörfer – Bedeutung und Herkunft
Potemkinsche Dörfer – Bedeutung und Herkunft einer wahren Geschichte?
Im Jahr 1787 plante Katharina eine Inspektionsreise auf die Krim, die damals frisch erobert worden war. Potemkin war verantwortlich für die Verwaltung dieser Region. Natürlich wollte er seiner Kaiserin zeigen, dass alles bestens läuft, die neuen Gebiete blühen und gedeihen.
Und hier beginnt die Legende:
- Potemkin soll entlang der Reiseroute hübsche Kulissendörfer errichtet haben - bemalte Holzfassaden, in denen Statisten als glückliche Bauern herumstanden.
- Sobald Katharinas Schiff weiterzog, wurden die Kulissen abgebaut und ein Stück weiter flussabwärts wieder aufgebaut.
- So sollte die Zarin glauben, dass das Land viel reicher und besser entwickelt sei, als es in Wirklichkeit war.
Fakt oder böswilliges Gerücht?
Historiker sind sich nicht einig, ob das wirklich so passiert ist.
- Manche Quellen sagen, es war Propaganda von Potemkins Feinden, die ihn lächerlich machen wollten.
- Andere behaupten, er habe tatsächlich Scheinwelten gebaut, um die Kaiserin zu beeindrucken.
- Sicher ist nur: Potemkin war ein Meister der Inszenierung - und er wollte auf jeden Fall glänzen.
So oder so, die Geschichte war so bildhaft, dass sie überlebt hat. Und bis heute steht der Ausdruck "Potemkinsche Dörfer" für eine perfekte Täuschung, eine schöne Fassade, hinter der nichts als Leere steckt.
Heutige Bedeutung: Potemkinsche Dörfer ist heute eine Bezeichnung für "Blendwerk bzw. Vorspiegelung falscher Tatsachen". Es geht also um jede Art von Scheinwelt, die etwas vorgaukelt, das in Wirklichkeit gar nicht existiert.
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Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige
Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige | Bedeutung
Bedeutung: Die Redewendung "Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige" gebrauchen wir heute, wenn es zu den Vorzügen eines Vorgesetzten gehört, auch Untergebene nicht warten zu lassen. Pünktlichkeit ist somit eine Möglichkeit sozial hochgestellter Persönlichkeiten, anderen Wertschätzung zu zeigen.
Im heutigen Sprachgebrauch wird das Sprichwort auch dahingehend verwendet, dass man der Eigenschaft der Pünktlichkeit eine hervorgehobene Bedeutung geben möchte - unabhängig vom Rang der Person, die pünktlich sein sollte.
Herkunft: Seine Herkunft verdankt das Sprichwort dem französischen König Ludwig XVIII. Dieser wird in den Lebenserinnerungen des Bankiers Jacques Laffitte folgendermaßen zitiert: "L'exactitude est la politesse des rois" also "Pünktlichkeit ist die Höflichkeit der Könige". So wollte er zum Ausdruck bringen, dass Pünktlichkeit selbst von Königen beachtet werden sollte, um so den Respekt vor seinen Mitbürgern auszudrücken. Auch Napoleon sah Zeitdiebe als eine schlimme Sorte von Verbrechern an, deren Missetaten meist ungesühnt blieben.
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Schema F - Bedeutung
Schema F - Bedeutung, Herkunft und warum es eher nervt als hilft
Erklärung der Herkunft: Im 19. Jahrhundert wurde Preußen stark militärisch regiert und es gab für alles eine Militär-Verordnung. Das "Schema F" war zu dieser Zeit ein mit dem Buchstaben F gekennzeichnetes Formular, auf dem die Truppenstärke einer bestimmten Einheit aufgezeichnet wurde. Bei den Besichtigungen dieser Einheit musste die effektive Zahl der Personen genau mit der Zahl auf dem "Schema F" übereinstimmen. Das "F" steht wahrscheinlich für Frontrapport.
Alternative Erklärung der Herkunft: Es gibt auch Hinweise, dass der Begriff oder ein ähnlicher Gebrauch bereits vor 1861 existierte:
- In der "Instruktion über das Scheibenschießen der mit Zündnadel-Gewehren bewaffneten Infanterie-Bataillone" von 1855 taucht die Formulierung "Schema F" auf Seite 11 auf - allerdings in einem militärisch-technischen Zusammenhang, wo ein Schießbericht nach "Schema F" nachgewiesen werden soll.
- Damit wäre der Ausdruck bereits vor der offiziellen Einführung der Frontrapporte belegt.
Heutige Bedeutung: Wenn heute eine Person bzw. eine Organisation sehr starre und enge Regeln anwendet bzw. alles bürokratisch regelt, dann sprechen wir vom "Schema F" bzw. auch von "nach Schema F vorgehen".
Wenn jemand sagt, etwas sei "nach Schema F" gemacht worden, meint man oft: kein Raum für Abweichungen, keine Variation, keine Individualität - einfach "das Übliche".
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Schuster, bleib bei deinem Leisten – Bedeutung
Schuster, bleib bei deinem Leisten – die Mahnung des Apelles – Bedeutung, Herkunft
Das Sprichwort "Schuster, bleib bei deinem Leisten" hat seine Herkunft in einer Anekdote, die im alten Griechenland erzählt wurde. Nach ihr pflegte der große Maler der Antike Apelles, der zur Regierungszeit Alexanders des Großen seine Gemälde öffentlich ausstellte, sich hinter seinen Bildern zu verstecken, um die Urteile der Betrachter zu hören.
Als ein Schuhmacher laut bemerkte, dass den Schuhen auf dem Bild eine Öse fehle, fügte Apelles diese nachträglich hinzu. Aber als der Schuhmacher nun auch noch Kritik an den Beinen übte, wurde er von Apelles mit den Worten zurechtgewiesen: "Ne sutor supra crepidam!" oder zu Deutsch: "Was über dem Schuh ist, kann der Schuster nicht beurteilen!"
Die Mahnung "Schuster, bleib bei deinem Leisten" sagen wir heute zu jemandem, der ohne Sachverstand Kritik übt und sich unberufen in alles einmischt.
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Mit fremden Federn schmücken
Sich mit fremden Federn schmücken – Bedeutung und Herkunft der Redewendung
Die Herkunft der Redensart geht auf eine Fabel des römischen Dichters Phaedrus (1,3) zurück. Hier schmückt sich eine Krähe mit Pfauenfedern und muss dies büßen.
Herkunft: Die Fabel "Mit Fremden Federn schmücken"
Eine Krähe sah auf dem Boden lauter herrliche Pfauenfedern liegen. Sie überlegte nicht lange und beschloss, ihr eigenes fades Gefieder ein bisschen aufzuhübschen. Sie steckte die schönen Pfauenfedern einfach zwischen ihr eigenes Gefieder. Stolz auf ihre neue Federpracht begab sie sich mitten in eine Gruppe von Pfauen, um sie an der neu gewonnen Eleganz Anteil haben zu lassen.
Aber ach, die fanden das so gar nicht lustig und stürzten sich auf die Krähe und rupften ihr nicht nur die fremden, sondern auch noch ziemlich viele eigene Federn aus. Als die rachsüchtigen Pfaue von der Krähe abließen, stand die Krähe gerupft und wesentlich armseliger als zuvor da. Und die Moral von der Geschichte: Mit fremden Federn schmückt man sich nicht.
Bedeutung der Redewendung
Wenn jemand sich die Verdienste anderer zu eigen macht bzw. jemand sich mit den Verdiensten anderer brüstet, dann "schmückt er sich mit fremden Federn".
Das Problem: Wenn dieses Schmücken mit fremden Federn herauskommt, steht derjenige schlechter da, als hätte er es nicht getan. Häufig haben solche "Lügen" nämlich kurze Beine und werden entdeckt. Die Führungskraft, die die kreative Leistung einer Mitarbeiterin als ihre darstellt, wird stets hoffen müssen, dass dies im Unternehmen nicht im Flurfunk veröffentlicht wird.
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Tantalusqualen – Bedeutung
Tantalusqualen – die Rache der Götter – Bedeutung und Herkunft
Der Begriff Tantalusqualen verdankt seine Herkunft der griechischen Mythologie. Der Sohn der Titanen "Tantalos" und Stammvater des Geschlechts der Tantaliden zog den Zorn der olympischen Götter auf sich, indem er sie betrog.
Sie verurteilten Tantalos zu ewigen Qualen. Er musste in einem Teich stehen, über dem Birnenbaumzweige hingen. Jedes Mal, wenn Tantalos trinken wollte, senkte sich der Wasserspiegel. Wenn er eine Frucht pflücken wollte, wichen die Äste zurück. Zusätzlich drohte auch noch ein großer Felsbrocken auf ihn herabzufallen.
Obwohl alles in greifbarer Nähe schien, so war Tantalos doch zu ewigem Durst und Hunger verdammt.
Als "Tantalusqualen" bezeichnet man demnach die Qual, etwas Unerreichbares beständig nahe vor sich zu sehen.
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toi, toi, toi Bedeutung Teufel
toi, toi, toi! - Schutz vor dem neidischen Teufel - Bedeutung
Der Ausruf "toi, toi, toi" ist um 1930 durch einen Schlager verbreitet worden und steht mit einem alten Volksglauben in Zusammenhang. Lobende Äußerungen wurden allgemein gefürchtet, weil diese die bösen Geister aufmerksam und neidisch machen konnten.
Um kommendes Unheil abzuwehren, musste man deshalb dem Lob sofort eine Schutzhandlung hinzufügen. Das wurde z. B. durch dreimaliges Klopfen auf Holz und den Ausruf "toi, toi, toi" vollzogen, der lautmalerisch für dreimaliges Ausspucken steht. Der Speichel galt als unheilbannend.
Das Ausspucken vor einem Menschen war also ursprünglich ein Abwehrzauber, kein Zeichen der Verachtung wie heute. Auch das zuerst eingenommene Geldstück, das noch mehr Reichtum bringen sollte, der Spielwürfel, der Gewinn garantieren sollte, wurden bespuckt. Am Theater wird der Brauch gepflegt, so den Schauspielern Erfolg für den Auftritt zu wünschen.
Aber es gibt weitere spannende Ideen zur Herkunft des Ausrufs "toi, toi, toi".
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Zankapfel – Bedeutung
Zankapfel Bedeutung: wegen Eitelkeit einen Krieg gestartet
Seine Herkunft verdankt der Begriff "Zankapfel" der griechischen Mythologie. Er wird auch als Apfel der Eris, Erisapfel oder Apfel der Zwietracht bezeichnet.
Eris ist die Göttin des Streits und der Zwietracht. Auf einer Hochzeit soll sie einen goldenen Apfel mit der Aufschrift "Für die Schönste!" zwischen die Göttinnen geworfen haben, und zwar aus Ärger darüber, dass sie nicht eingeladen war.
Göttervater Zeus weigerte sich, den Streit zwischen Hera, Athene und Aphrodite zu schlichten, wem denn nun der Apfel gebühre. Zeus ließ den trojanischen Königssohn Paris die Entscheidung treffen. Dieser erklärte die Liebesgöttin Aphrodite vor Athene und Hera für die schönste Göttin (das Parisurteil), was zum Trojanischen Krieg führte.
Heutige Bedeutung
Als "Zankapfel" bezeichnen wir heute den Anlass eines Streites bzw. den Gegenstand einer Auseinandersetzung.
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