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Warum Smalltalk wichtig ist und was Sie unbedingt bedenken sollten

Smalltalk fällt dem einen leicht, andere halten es für nicht wichtig und andere wiederum haben große Schwierigkeiten mit diesen eigentlich zwanglosen Gesprächen. Smalltalk ist ein wichtiger Bestandteil der zwischenmenschlichen Kommunikation. Es ist unverzichtbar, um Beziehungen aufzubauen und zu festigen.

Dies gilt für den privaten Bereich ebenso wie für den beruflichen. Denn dieses manchmal auch als Pflegegeplauder bezeichnete Gespräch ist der Kitt, der Menschen in den unterschiedlichsten Rollen zusammenbringt und zusammenhält. Doch es gibt einiges zu bedenken und zu beachten, denn Fettnäpfchen lauern auch hier. Lesen Sie im Artikel etwas über die Fallstricke, Anregungen und Übungsmöglichkeiten. So wird aus Smalltalk ein wenig mehr Smarttalk. 

 Inhalt

 

"Wir müssen immer wieder das Gespräch mit unserem Nächsten suchen. Das Gespräch ist die einzige Brücke zwischen den Menschen."

Albert Camus

 

Warum ist Smalltalk wichtig und was ist zu beachten

In Zeiten von E-Mail, Smartphone, Socialmedia und Co. sind die Gelegenheiten und Übungsmöglichkeiten, persönliche Gespräche zu führen, ein wenig geringer geworden und damit umso wichtiger.

Mit den geeigneten und für die Situation passenden Worten kann das "Eis gebrochen werden" und ein positiver Eindruck entstehen. Aber es kann eben auch mit den ungeeigneten Worten die Möglichkeit verspielt werden. Sie wissen ja: "Es gibt keine zweite Chance für einen ersten Eindruck."

Wir Menschen neigen dazu auch noch zum Vorurteil. Das heißt, dass bereits vor dem ersten Wort Bewertungen vorgenommen werden. Das wiederum führt dazu, dass die ersten Worte bereits durch einen Wahrnehmungsfilter aufgenommen werden.

Es macht einen Unterschied, ob jemand, der uns von seiner Erscheinung her unsympathisch ist sagt: "Darf ich mich zu Ihnen stellen?" oder jemand, der bereits beim ersten Blickkontakt unser Herz erwärmt.

Die Konsequenz ist, dass wir bei Smalltalk auf Folgendes achten sollten:

  • Es kann nicht immer klappen. Manchmal sind wir dem anderen vielleicht einfach unsympathisch oder die Person ist mit dem falschen Bein aufgestanden oder …
  • Wir selbst können versuchen, ein wenig vorurteilsfreier zu werden. Geben wir Menschen, die uns anfangs nicht sympathisch sind eine Chance. Es besteht die Möglichkeit, dass wir uns irrten.
  • Kleiden Sie sich entsprechend dem Anlass und Ihren Werten. Kleidung, Haarschnitt etc. erzielen Wirkung. Wer nicht als Rebell oder Outsider gelten will, der sollte hier die Toleranz der Zielgruppe nicht zu sehr strapazieren. Das können Sie dann später in einer tragfähigen Beziehung immer noch machen.
  • Versuchen Sie, falls Sie diese kennen, Ihre Furcht vor Ablehnung zu reduzieren. Versuchen Sie nicht jedem zu gefallen und jedermanns Darling zu sein. Sie werden diese Einstellung ausstrahlen - nicht im Sinne von Überheblichkeit, sondern im Sinne von Selbstbewusstsein und Realismus.

Smalltalk ist wichtig, denn wir Menschen sind soziale Wesen und lernen uns zumeist eher über einfache Gespräche als über die Reflexion politischer Schieflagen oder Diskussion mathematischer Phänomene kennen.

 
 

 

Was sollten wir beim Smalltalk vermeiden

Die folgenden Punkte könnten beim Smalltalk dazu führen, dass das Gespräch nicht "anspringt" oder wir das Gespräch abwürgen. Diese Aufzählung ließe sich verlängern - keine Frage. Wer auf die folgenden achtet, hat aber bereits einiges verhindert, um das Gespräch nicht abzuwürgen.

  • Witze über bestimmte Themen machen (Randgruppen, Sexismus, Nationalitäten …)
  • Achten Sie auf Abstand (mindestens Armlänge)
    • Nicht auf die Pelle rücken, Sie könnten aufdringlich wirken.
    • Beachten Sie auch die Körpersprache Ihres Gesprächspartners
  • Nicht über persönliche Probleme reden (z. B. Krankheiten, Ehe)
  • nur reden und nicht zuhören
  • Rat-Schläge vermeiden
  • Keine verbalen Bestrafungen verwenden (Wie doch jeder weiß!)

 

"Kalte Worte lassen Menschen erstarren, hitzige Worte schmerzen sie. Bittere Worte machen sie bitter, und zornige Worte machen sie zornig. Freundliche Worte bringen gleichfalls ihr Abbild im Gemüt des Menschen hervor: Sie erheitern, besänftigen und trösten ihn."

Blaise Pascal

 

 

Was ist hilfreich bei Smalltalk

Auf jeden Fall hilft es, wenn Sie die obigen Punkte unterlassen.

Erfahrungsgemäß sind die folgenden Punkte in einem Gespräch vertrauensfördernd. Auch diese Liste ließe sich ergänzen.

Stellen Sie offene Fragen. Diese starten mit einem Fragewort (wer, wie, was, warum, ab wann …) und veranlassen den Gesprächspartner zumeist dazu, etwas mehr zu antworten als wenn geschlossene Fragen gestellt werden.

Geschlossene Frage: Gefällt Ihnen die Ausstellung?
Offene Frage: Wie gefällt Ihnen die Ausstellung

Weitere Beispiele:

  • Woher kennen Sie den Gastgeber?
  • Darf ich fragen, woher Sie den Gastgeber kennen?
  • Was interessiert Sie am heutigen Thema besonders?

Wenn Sie der Einladende sind, könnten Sie auch beginnen mit:

  • Wir wurden einander noch nicht vorgestellt. Mein Name ist …
  • Sie stehen hier so alleine. Darf ich mich Ihnen als einer der Gastgeber vorstellen?
  • Darf ich fragen, wie Sie auf unsere Veranstaltung aufmerksam geworden sind?

Stimulierungsfragen stellen: Diese starten mit einem Lob und helfen gerade introvertiertere Gesprächspartner zu aktivieren.

Beispiel: "Sie kennen die Branche sehr gut - wie sehen Sie die Entwicklung der E-Mobilität?" Diese Form der Frage darf natürlich nicht dazu führen, dass der andere sich "eingeseift fühlt". Bitte diese Frage mit Bedacht anwenden.

Aktiv zuhören: Aktiv zuhören beinhaltet den Wunsch, den anderen zu verstehen. Dies zeigt wirkliches Interesse und aktiviert normalerweise den Gesprächspartner. Zuhören heißt nicht, still sein und den eigenen Redebeitrag vorbereiten, während der andere redet.

Stellen Sie Verständnisfragen und versuchen Sie, die Aussagen des anderen mit eigenen Worten wiederzugeben.

 

"Solange man selbst redet, erfährt man nichts."

Marie von Ebner-Eschenbach

 

Themenwahl und Start beim Smalltalk

Generell ist es ratsam, im ersten Gespräch Themen wie Politik, Religion oder Fußball gar nicht oder mit Bedacht zu anzusprechen. Solche sensiblen Themen können bei eventuellen späteren Gelegenheiten immer noch besprochen werden. Smalltalk sind zwanglose, entspannte Unterhaltungen. Wählen Sie das Thema entsprechend.

Einige Themen für Smalltalk:

  • Der Anlass (der Vortrag, die Vernissage)
  • Der Standort, die Stadt
  • Wertschätzendes über den Gastgeber
  • Das einladende Unternehmen
  • Das Wetter
  • Die Einrichtung des Raumes
  •  etc.

Bedenken Sie bitte. Smalltalk ist Pflegegeplauder. Es geht darum, Kontakte zu schaffen und eine Brücke zu bauen, um vielleicht später über tiefgreifende Themen zu sprechen.

 

"Wie geht's, sagte ein Blinder zu einem Lahmen. Wie Sie sehen, antwortete der Lahme."

Georg Christoph Lichtenberg

 

Anregungen für Formulierungen beim Smalltalk

Bitte nehmen Sie die folgenden Ideen als das, was sie sind - Anregungen. Patentrezepte blättern an der Realität ab. Was wir sagen, sollte zu uns, zu unseren Werten und zur Situation passen.

Nichtsdestotrotz können Anregungen uns helfen. Sie befeuern unseren Geist mit Ideen, die im "Ernstfall" hilfreiche Ergänzungen sein können.

Startformulierungen:

  • Darf ich mich zu Ihnen stellen? Meine Name ist …
  • Wie hat Ihnen der Vortrag gefallen?
  • Darf ich fragen, woher Sie den Gastgeber kennen?
  • Wie gefallen Ihnen die Bilder?
  • Sie stehen hier auch alleine. Darf ich mich auf einen Kaffee zu Ihnen stellen?

Generell klingt es wertschätzend, wenn wir der offenen Frage einen Zusatz geben und zwar "Darf ich fragen …" Diese Form der Frage nennt sich integrierte, offene Frage. Es ist quasi die Höflichkeitsform der offenen Frage.

Manchen mag diese Frageform etwas steif erscheinen. Aber lieber etwas höflicher und steifer als zu direkt. Das mögen die wenigsten.

Wer etwas "Frecheres" formulieren möchte, der könnte es zum Beispiel auch so versuchen: "Entschuldigen Sie. Ich habe vor ein paar Tagen einen Artikel über Smalltalk gelesen. Leider habe ich die möglichen Startsätze vergessen. Hätten Sie einen für mich?" ;-)

Für berufliche Situationen kann es hilfreich sein, einen Elevator Pitch zu erstellen. So fallen Ihnen gerade in der Startphase interessante und wichtige Passagen für Ihre Vorstellung ein, die Sie dann situativ kombinieren. Da wir am Anfang häufig etwas nervös sind, kann so eine Vorbereitung helfen, diese Phase noch besser zu meistern. Wenn das Gespräch erst einmal läuft, baut sich das Lampenfieber eh ab.

 

Formulierungen für das Ende

Warum es zum Ende des Gesprächs kommt, kann natürlich viele verschiedene Gründe haben. Sie müssen zu einem anderen Termin, Sie haben keine Freude mehr an der Unterhaltung etc.

Für das Ende hilft der Leitsatz: "Beenden Sie Gespräche immer wertschätzend."

Der letzte Satz bzw. die Verabschiedung klingt nach. Selbst wenn wir jemanden in einem Gespräch als nicht angenehm erlebt haben, sollten wir es so halten.

Dafür gibt es mehrere Gründe. Zum einen verderben Sie sich nicht die Laune und lassen sich in der Emotion zu unschönen Verabschiedungen hinreißen. Zum anderen bekommen vielleicht auch andere Personen dieses Verhalten mit. Außerdem weiß man nie, wo man sich wieder begegnet.

Hier einige Formulierungen. Es kann sein, dass wir damit ein wenig flunkern - also die Wahrheit dehnen - aber Notlügen helfen auch, um andere zu schützen und unangenehme Situationen zu vermeiden. Natürlich können wir sagen: "Ich habe keine Lust mehr mit Ihnen zu reden." Wir können aber auch sagen: "Oh, es ist schon 19 Uhr. Ich muss leider los. Ich wünsche Ihnen noch eine interessante Veranstaltung."

Weitere Ideen:

  • "Es war nett, Sie kennengelernt zu haben. Ich wünsche Ihnen noch eine spannende Veranstaltung."
  • "Es hat mich gefreut, Sie kennen zu lernen. Vielleicht sehen wir uns ja beim nächsten Vortrag wieder."
  • "Dann wünsche ich Ihnen noch viel Spaß bei der Vernissage. Ich muss leider jetzt gehen."

Als Gastgeber könnten Sie zum Beispiel sagen:

  • "Ich sehe gerade einen Gast, den ich gerne noch begrüßen möchte. Sie entschuldigen mich."
  • "Das Gespräch mit Ihnen hat mir Spaß gemacht. Auch wenn ich mich gerne mit Ihnen noch ein wenig unterhalten möchte - die Pflicht ruft. Vielleicht haben wir später noch Gelegenheit dazu. Bitte entschuldigen Sie mich."

Eine Bitte: Übertreiben Sie es nicht.

  • "Ich könnte mich noch stundenlang mit Ihnen austauschen. Das war wirklich extrem interessant. Aber leider muss ich los."

Das könnte aufgesetzt und unglaubwürdig klingen, wenn Sie es nicht wirklich meinen. Außerdem stellt sich die Frage: "Warum machen Sie dann nicht einen Gesprächstermin aus?"

 

"Nach manchem Gespräch mit einem Menschen hat man das Verlangen, einen Hund zu streicheln, einem Affen zuzunicken und vor einem Elefanten den Hut zu ziehen."

Maxim Gorki

 

Wie erkennen Sie einen Gesprächspartner

Beobachten Sie aufmerksam die anderen Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Bewegen Sie sich ein wenig im Raum und versuchen Sie herauszufinden, wer immer wieder Ihren Blickkontakt kurz erwidert.

Bei derjenigen und demjenigen, der den Blickkontakt immer wieder kurz erwidert, könnten Sie es mit dem Ansprechen probieren. Fassen Sie etwas Mut und starten Sie Ihren Versuch.

 

Weitere kostenfreie Anregungen und Übungen finden Sie in der Rubrik Download-Kommunikation.

Was hilft beim Smalltalk

Die richtige Einstellung ist wichtig. Haben Sie keine Angst vor Pausen. So mancher erlebt das in Gesprächen als peinlich und produziert deswegen ständig Geräusche. So kann es schnell dazu kommen, dass man als Vielredner eingestuft wird.

Generell sind folgende Punkte bei Smalltalk hilfreich:

  • Zeigen Sie wirkliches Interesse am anderen und hören Sie aktiv zu.
  • Streben Sie kein Ziel an, sondern führen Sie ein Gespräch.
  • Versuchen Sie authentisch zu bleiben. Aufgesetztes Verhalten kommt selten gut an.
  • Waren Sie Abstand - körperlich, thematisch und inhaltlich.

Smalltalk ist ein wichtiger Bestandteil der Kommunikation. Gelegenheiten zu üben gibt es überall - wir müssen uns nur trauen und wertschätzend auf unsere Mitmenschen zugehen. Mit etwas Glück entsteht aus dem Smalltalk etwas Größeres - eine Freundschaft, ein Geschäftspartner, ein Kunde … eine Liebe. Wer weiß.

Vielleicht bis demnächst bei einem Smalltalk. ;-)

 

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