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kommunikationsverhalten

Mit unser Art zu kommunizieren rufen wir gewollte und manchmal ungewollte Reaktionen hervor. Es kommt zu Störungen bis hin zu Konflikten. Mitunter sind es wahre Zeit- und Nervenräuber.

Achten Sie in den kommenden Tagen bitte einmal auf diese sieben Klassiker - eine bunte Welt der geheimen Botschaften sowie der Erfolgshinderer und -förderer.

1. Wortwahl

  • Darf ich da einmal "nachhaken" …
  • Ich will Sie nicht überreden ...
  • Wir wollen Ihnen nichts andrehen.

Mit dem Wort entsteht das Bild und mit dem Bild kommt die Emotion oder das Gefühl. Achten Sie bei Ihrer Wortwahl darauf, was Ihre Worte auslösen. Lassen Sie bitte das Wort "nachhaken" ("Lassen Sie mich hier nachhaken.") wirken. Klingt "nachfragen" nicht ein wenig besser?

2. Füllworte/Füllsel

  • äh! oder hm!
  • ja, also, wirklich etc.

Der Grund für diese Füllworte ist, dass man die Peinlichkeit der Stille im Gespräch nicht ertragen kann. Die eigene Unsicherheit und das Suchen nach Worten lässt uns  die Denkpausen mit "Geräuschen" auffüllen. Das wirkt komisch, unsicher oder sogar "nervig".

Uns selber sind diese Füllworte meist nicht bewusst. Sie gehören somit zu den "blinden Flecken" in unserer Kommunikation. Nehmen Sie einmal Ihre Stimme auf, wenn Sie ein Telefonat führen. Lassen Sie sich überraschen.

Oder fragen Sie einen Freund oder Ihren Partner, ob er in Ihrer Sprache ein Füllsel entdeckt hat. 

3. Betonung/Tempo

  • zu laut
  • unangemessene Betonung
  • monoton
  • unangemessen schnell
  • undeutlich etc.

Der große Moderator der Hitparade, Dieter Thomas Heck, war ein Schnellsprecher, aber nur wenn er wollte. Er konnte als Moderator und Showmaster bewusst mit seiner Stimme spielen. Wer aber immer unangemessen schnell, zu laut oder monoton spricht, der wird wenig Beifall ernten.

Ein kostenfreies Stimmtraining finden Sie hier auf blueprints.de

4. Modeworte (z. B.: fett, krass, cool, mega)

Meiden Sie Modeworte (Wortschablone). Sie wirken durch ihr häufiges Auftreten und den zu starken Gebrauch meist platt und kindlich. Versuchen Sie Synonyme für Modeworte zu finden. (Werkzeuge: http://www.woerterbuch.info oder als Buch: Sag es treffender von A.M. Textor, siehe unten bei Buchempfehlungen)

5. Verbale Bestrafungen/Du-Depp-Aussagen

•    Wie ich Ihnen schon ausführlich erklärte.
•    Das haben Sie nicht richtig verstanden.
•    So hab ich früher auch gedacht!
•    Das weiß man doch!
•    Wie doch jeder weiß ...
•    Das habe ich mir gleich gedacht.

In der zwischenmenschlichen Kommunikation kommt es immer wieder zu Konflikten, weil verbale Bestrafungen (auch  Du-Depp-Aussagen) den Adressaten in seinem Selbstwertgefühl treffen. Diese Abwertung ist meist der Ausgangspunkt für eine Stress erzeugende und wenig zielfördernde Form der Kommunikation.

Ein Kluger bemerkt alles, ein Dummer macht über alles seine Bemerkungen.

Heinrich Heine

6. Man-Aussagen (Der Stein der Weisen)

  • Man muss das anders sehen!
  • Das macht man nicht!

Das Wort "man" wird häufig in Hinweisen, Behauptungen oder Ratschlägen verwendet. Dabei kann es eine verheerende Wirkung erzielen. Der Sender eröffnet, dass er den Stein der Weisen gefunden hat, denn er weiß, wie "man" das macht, denkt etc.

Er spricht im Namen eines Allwissenden, der nicht seine Meinung kommuniziert, sondern eine Wahrheit. So wird häufig mit Kindern gesprochen, die von ihren Eltern (mehr oder minder sinnvolle) Leitsätze für die Zukunft erhalten. 

  • Mit vollem Mund redet man nicht!
  • Was sagt man dann?

7. Aggressive Füllwörter

Beispiele sind die Worte "denn", "doch" und "auch".

  • Was gibt es denn zum Essen?
  • Sie wissen doch, dass wir auf Qualität Wert legen!
  • Haben Sie auch daran gedacht, Ihre Updates zu machen?

Wenn Sie die oberen drei Sätze lesen und das Wort in fetter Schrift betonen, werden Sie bemerken das ein wenig Aggressivität, Ungeduld bzw. Ermahnung in den Aussagen auftauchen. Lassen Sie die Worte "denn, doch und auch" weg und lesen Sie erneut. Merken Sie wie sich die Aussage verändert?

Empfehlungen zum Thema Kommunikation

  • Reflektieren Sie die Einstellung zum Gesprächspartner
  • Beobachten Sie Ihre Sprache (Feedback einholen, Tonband).
  • Machen Sie sich Ihre Wortwahl bewusst.
  • Erweitern Sie Ihren Wortschatz (Lesen, Synonyme suchen)

Ihre Wortwahl und Ihre Art wie Sie kommunizieren ist die Visitenkarte Ihrer Persönlichkeit.

Über den Autor


Michael Behn, Trainer

Michael Behn arbeitet als Unternehmensberater, Trainer und Coach für mittelständische Unternehmen der IT-Branche, für Automobilzulieferer, Produktionsunternehmen und Banken sowie Einrichtungen auf dem Gesundheitssektor.

Schwerpunkte sind konzeptionelle Mitarbeiter- und Unternehmensentwicklung. Häufige Themen sind Vertrieb, Führung, Telefonservice, Teamkommunikation, Zeit- Selbstmanagement. Er hat mehrere Bücher geschrieben, Online-Kurse zu den Themen entwickelt und betreibt ein Onlineportal mit rund 14.000 Mitgliedern.

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