Gedichte und Lyrik
Gedichte und Lyrik auf blueprints.
An die Freude - Text und Musik eines großartigen Werkes
Freude, schöner Götterfunken,
Tochter aus Elisium,
Wir betreten feuertrunken
Himmlische, dein Heiligthum.
Deine Zauber binden wieder,
was der Mode Schwerd getheilt;
Bettler werden Fürstenbrüder,
wo dein sanfter Flügel weilt.
C h o r.
Seid umschlungen Millionen!
Diesen Kuß der ganzen Welt!
Brüder - überm Sternenzelt
muß ein lieber Vater wohnen.
Auszug aus dem Gedicht: An die Freude
Autor: Friedrich Schiller
An die Freude ist eines der berühmtesten Gedichte Friedrich Schillers. Es entstand im Sommer 1785 und wurde unter anderem von Ludwig van Beethoven im 4. Satz seiner 9. Sinfonie vertont.
Blätterfall - das traurig-schöne Gedicht von Christian Morgenstern
Der Herbstwald raschelt um mich her.
Ein unabsehbar Blättermeer
Entperlt dem Netz der Zweige.
Du aber, dessen schweres Herz
Mitklagen will den großen Schmerz:
Sei stark, sei stark und schweige!Du lerne lächeln, wenn das Laub
Dem leichten Wind ein leichter Raub
Hinabschwankt und verschwindet.
Du weißt, dass just Vergänglichkeit
Das Schwert, womit der Geist der Zeit
Sich selber überwindet.
Christian Morgenstern (1871 - 1914), deutscher Schriftsteller

Christbaum
Hörst auch du die leisen Stimmen
aus den bunten Kerzlein dringen?
Die vergessenen Gebete
aus den Tannenzweiglein singen?
Hörst auch du das schüchternfrohe,
helle Kinderlachen klingen?
Schaust auch du den stillen Engel
mit den reinen, weißen Schwingen?...
Schaust auch du dich selber wieder
fern und fremd nur wie im Traume?
Grüßt auch dich mit Märchenaugen
deine Kindheit aus dem Baume?...
Ada Christen, österreichische Schriftstellerin, * 1839, † 1901
Clemens Brentano über das Glück – das Gedicht mit Ergänzungen
Dieses wunderschöne Gedicht wird immer wieder Clemens von Brentano zugeschrieben. Dies konnte aber bis dato nicht belegt werden. Wie dem auch sei, es ist ein nachdenkenswerter, aufbauender Appell, das Glück zu suchen, zu sehen und es zu teilen. Weiter unten findest du dann (weitere) Gedichte von Clemens Brentano.
Glück
Glück ist gar nicht mal so selten,
Glück wird überall beschert,
Vieles kann als Glück uns gelten,
was das Leben uns so lehrt.
Glück ist jeder neue Morgen,
Glück ist bunte Blumenpracht,
Glück sind Tage ohne Sorgen,
Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Willst du immer weiter schweifen?
Sieh, das Gute liegt so nah.
Lerne nur das Glück ergreifen:
Denn das Glück ist immer da.
Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832), deutscher Dichter

Auf einer Meierei
Da war einmal ein braves Huhn,
Das legte, wie die Hühner tun,
An jedem Tag ein Ei
Und kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als obs ein Wunder sei.
Es war ein Teich dabei,
Darin ein braver Karpfen saß
und stillvergnügt sein Futter fraß,
Der hörte das Geschrei:
Wies kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte,
Als obs ein Wunder sei.
Da sprach der Karpfen: "Ei!
Alljährlich leg ich ne Million
Und rühm mich dess mit keinem Ton;
Wenn ich um jedes Ei
So kakelte,
Mirakelte,
Spektakelte -
Was gäbs für ein Geschrei.
Heinrich Seidel, deutscher Ingenieur und Schriftsteller, * 1842, † 1906

Das Lied der Vögel
Wir Vögel haben's wahrlich gut,
Wir fliegen, hüpfen, singen.
Wir singen frisch und wohlgemut,
Dass Wald und Feld erklingen.
Wir sind gesund und sorgenfrei,
Und finden, was uns schmecket;
Wohin wir fliegen, wo's auch sei,
Ist unser Tisch gedecket.
Deine Kinder sind nicht Deine Kinder | Text vom Gedicht | Interpretation | Khalil Gibran
Khalil Gibran (gesprochen: chaliyl dschibraan, * 1883, † 1931) war ein libanesisch-amerikanischer Maler, Philosoph und Dichter.
In seiner Dichtung und seinem philosophischen Schaffen beschäftigte er sich mit den universellen menschlichen Themen. Leben, Liebe und Tod sind seiner Meinung nach die wichtigsten Themen, mit denen sich jeder, unabhängig von Religion und Region, beschäftigen sollte. Hier ein interessanter Gedanke zum Thema "Kinder"!
Deine Kinder sind nicht Deine Kinder,
sie sind die Söhne und Töchter
der Sehnsucht des Lebens nach sich selbst.
Sie kommen durch Dich, aber nicht von Dir,
obwohl sie bei Dir sind, gehören sie Dir nicht.
Du kannst ihnen Deine Liebe geben, aber nicht
Deine Gedanken; denn sie haben ihre eigenen Gedanken.
Du kannst ihrem Körper ein Heim geben,
aber nicht ihrer Seele, denn ihre Seele wohnt im
Haus von morgen, das Du nicht besuchen kannst,
nicht einmal in Deinen Träumen.
Du kannst versuchen, ihnen gleich zu sein,
aber nicht, sie Dir gleich zu machen,
denn das Leben geht nicht rückwärts
und verweilt nicht beim Gestern.
Du bist der Bogen, von dem Deine Kinder
als lebende Pfeile ausgeschickt werden.
Lass Deine Bogenrundung in der Hand
des Schützen Freude bedeuten!
Das Gedicht "Der Panther" (Untertitel: Im Jardin des Plantes, Paris) entstand Anfang des 19. Jahrhunderts. Es beschreibt einen Panther, wie er in der Menagerie im Pariser Jardin des Plantes ausgestellt wurde.
Der Panther
Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
Ihm ist, als ob es tausend Stäbe gäbe
und hinter tausend Stäben keine Welt.
Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
ist wie ein Tanz von Kraft um eine Mitte,
in der betäubt ein großer Wille steht.
Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
sich lautlos auf -. Dann geht ein Bild hinein,
geht durch der Glieder angespannte Stille -
und hört im Herzen auf zu sein.
Rainer Maria Rilke, Lyriker, * 1875, † 1926
Ein Schnupfen hockt auf der Terrasse,
auf dass er sich ein Opfer fasse -
und stürzt alsbald mit großem Grimm
auf einen Menschen namens Schrimm.
Paul Schrimm erwidert prompt: "Pitschü!"
Und hat ihn drauf bis Montag früh.
Christian Morgenstern (1871 - 1914), deutscher Schriftsteller
Ein Werwolf eines Nachts entwich
von Weib und Kind und sich begab
an eines Dorfschullehrers Grab
und bat ihn: "Bitte, beuge mich!"Der Dorfschulmeister stieg hinauf
auf seines Blechschilds Messingknauf
und sprach zum Wolf, der seine Pfoten
geduldig kreuzte vor dem Toten:"Der Werwolf", sprach der gute Mann,
des Werwolfs, Genetiv sodann,
dem Wemwolf, Dativ wie mans nennt.
den Wenwolf, - damit hats ein End."Dem Werwolf schmeichelten die Fälle,
er rollte seine Augenbälle.
"Indessen", bat er, "füge doch
zur Einzahl auch die Mehrzahl noch!"Der Dorfschulmeister aber musste
gestehn, dass er von ihr nichts wusste.
Zwar Wölfe gäbe es in großer Schar,
doch "Wer" gäbe es nur im Singular.Der Wolf erhob sich tränenblind -
er hatte ja noch Weib und Kind!
Doch da er kein Gelehrter eben,
schied er dankend und ergeben.
Christian Morgenstern (1871 - 1914), deutscher Schriftsteller

Wenn's mitternächtigt und nicht Mond
noch Stern das Himmelshaus bewohnt,
läuft zwölfmal durch das Himmelshaus
die Mitternachtsmaus.Sie pfeift auf ihrem kleinen Maul, -
im Traume brüllt der Höllengaul ...
Doch ruhig läuft ihr Pensum aus
die Mitternachtsmaus.Ihr Herr, der große weiße Geist,
ist nämlich solche Nacht verreist.
Wohl ihm! Es hütet ihm sein Haus
die Mitternachtsmaus.
Christian Morgenstern (1871 - 1914), deutscher Schriftsteller, aus "Galgenlieder"
Zwei Tannenwurzeln groß und alt
unterhalten sich im Wald.
Was droben in den Wipfeln rauscht,
das wird hier unten ausgetauscht.
Ein altes Eichhorn sitzt dabei
und strickt wohl Strümpfe für die zwei.
Die eine sagt: knig. Die andre sagt: knag.
Das ist genug für einen Tag.
Feldeinsamkeit
Ich ruhe still im hohen, grünen Gras
Und sende lange meinen Blick nach oben,
Von Grillen rings umschwirrt ohn Unterlass,
Von Himmelsbläue wundersam umwoben.
Friedensgebet von Franz von Assisi
Oh Herr,
mache mich zu einem Werkzeug
Deines Friedens.
Dass ich Liebe übe,
da wo man mich hasst;
dass ich verzeihe,
da wo man mich beleidigt;
dass ich verbinde,
da wo Streit ist;
dass ich die Wahrheit sage,
da wo Irrtum herrscht;
dass ich den Glauben bringe,
wo Zweifel ist;
dass ich Hoffnung wecke,
wo Verzweiflung quält;
dass ich Dein Licht anzünde,
wo die Finsternis regiert;
dass ich Freude bringe,
wo der Kummer wohnt.

Was rauschet, was rieselt, was rinnet so schnell?
Was blitzt in der Sonne? Was schimmert so hell?
Und als ich so fragte, da murmelt der Bach:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling ist wach!"
Was knospet, was keimet, was duftet so lind?
Was grünet so fröhlich? Was flüstert im Wind?
Und als ich so fragte, da rauscht es im Hain:
"Der Frühling, der Frühling, der Frühling zieht ein!"
Was klingelt, was klaget, was flötet so klar?
Was jauchzet, was jubelt so wunderbar?
Und als ich so fragte, die Nachtigall schlug:
"Der Frühling, der Frühling!" - da wusst' ich genug!
Heinrich Seidel, deutscher Ingenieur und Schriftsteller, * 1842, † 1906

Schenke mir eine gute Verdauung, Herr,
und auch etwas zum Verdauen!
Schenke mir Gesundheit des Leibes,
mit dem nötigen Sinn dafür,
ihn möglichst gut zu erhalten.
Glückwunschgedichte
Bei uns findest du Anregungen für deine Glückwunschgedichte. Nutze die ausgewählten Zitate und Gedichte für deine Glückwünsche und kreiere deine eigene Glückwunschkarte.
Im Park
Ein ganz kleines Reh stand am ganz kleinen Baum
Still und verklärt wie im Traum.
Das war des Nachts elf Uhr zwei.
Und dann kam ich um vier
Morgens wieder vorbei,
Und da träumte noch immer das Tier.
Nun schlich ich mich leise - ich atmete kaum -
Gegen den Wind an den Baum,
Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips.
Und da war es aus Gips.
Joachim Ringelnatz (1883 - 1934), eigentlich Hans Gustav Bötticher, deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler
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Joachim Ringelnatz war ein deutscher Schriftsteller, Kabarettist und Maler, der vor allem für humoristische Gedichte bekannt ist. Hier findest du einige lustige und nachdenkenswerte Beiträge auf blueprints:
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Die Geschichten von Miss Rose
Die Erlebnisse der unsterblichen Miss Rose
Eine Katze, die nicht sterben kann und seit knapp 7.000 Jahren durch die Länder dieser Erde streift. Das ist Miss Rose. Sie kehrt dort ein, wo es ihr gefällt oder wo sie etwas Interessantes erlebt oder erfährt.
Miss Rose hat noch zwei weitere Namen, denn Katzen haben immer drei. Sie möchte unerkannt bleiben, von daher dürfen wir nur ihren Schatten zeigen.
Hier weiterlesen: Die unsterbliche Miss Rose
Miss Rose und die Geschichte über Zeit oder Geld
Geschichte
Miss Rose und die Frage nach Zeit oder Geld
Miss Rose, die unsterbliche Katze, lebte einst bei einem Psychiater mit Namen Eric in Düsseldorf. Sie durfte dort während der Patientensitzungen in einem Körbchen unter der Heizung liegen.
Eines Tages behandelte Eric einen Bankdirektor, der viele Tränen in seiner ersten Sitzung vergoss. Zu spät erkannt, zu lange das Gute achtlos weggeworfen – und nie mehr gutzumachen. In der zitternden Hand hielt er ein verblichenes Bild, auf dem er mit seinem Vater Hand in Hand in den Sonnenuntergang ging.
Seine Geschichte lautete wie folgt: ...
Hier weiterlesen: Miss Rose und die Geschichte über Zeit oder Geld
Miss Rose und der Bahai auf Reisen
Miss Rose und der Bahai auf Reisen
Miss Rose, unsere bei blueprints wohlbekannte unsterbliche Katze, wohnte einst bei einem Anhänger des Bahai-Glaubens. Ein gottesfürchtiger Mann, dessen Rat in seiner Gemeinde geschätzt wurde. Er hieß Sahid Batun und war Mitglied des örtlichen Geistigen Rates. Vieles, was in seiner Religion als Verhalten gefordert wurde, fand Wohlgefallen bei Miss Rose. Zudem war Sahid ein einfacher Mann, der kaum etwas zu seiner Zufriedenheit brauchte. Miss Rose hatte schon immer größeres Vertrauen zu Menschen gehabt, die nur wenig bedurften.
Eines Tages hörte ein Urlauber von dem weisen Bahai in der Stadt und stand unangemeldet vor Sahids Tür. Sahid bat ihn in die kleine Wohnung herein und bot dem Fremden einen Platz auf einer schmalen Holzbank an.
Hier weiterlesen: Miss Rose und der Bahai auf Reisen
Geschichte: Miss Rose, ein Student und die Angst vor der falschen Entscheidung
Miss Rose, ein Student und die Angst vor der falschen Entscheidung
Miss Rose lebte einst seit kurzem bei einem alten Professor, der nahe der Rente stand. Er gab seit einigen Jahren unentgeltlich ein Seminar für Studenten, die nicht wissen, wohin die Reise in ihrem Leben gehen soll. Er wollte den jungen Menschen bei der Orientierung auf ihrem Weg helfen. Die Zusammenkunft fand immer die ersten vier Samstage im Semester statt, Beginn 14 Uhr, in der Stube des Professors.
Der private Kurs wurde als Geheimtipp an auserwählte Freunde auf dem Campus weiterempfohlen. Die Plätze waren streng rationiert, mehr als 20 Sterbliche passten einfach nicht in die Stube des Professors.
Heute war es wieder soweit, die erste Stunde des Seminars stand an. Die jungen Frauen und Männer waren vollzählig im Wohnzimmer eingetroffen und tuschelten aufgeregt miteinander. Keiner von ihnen wusste, welche Inhalte dieser Workshop haben würde und wie der "Meister", wie die Studenten den Professor liebevoll nannten, ihnen bei ihren Fragen helfen könnte. Miss Rose lag neugierig oben auf dem Regal hinter dem Kamin. Sie fragte sich, warum diese Zusammenkunft so beliebt war.
Hier weiterlesen: Geschichte: Miss Rose, ein Student und die Angst vor der falschen Entscheidung
Miss Rose: Der Kampf von Licht und Dunkel

In ihrer Afrika-Zeit lebte Miss Rose auch bei einer Müllsammlerin namens Tabaka in Kapstadt. Merkwürdige Geschicke, für deren Erzählung hier nicht der Raum ist, hatten sie in das Armen-Ghetto der Riesenstadt am Südatlantik geführt.
Miss Rose spürte sofort ein Gefühl der Verbundenheit bei ihrer Ankunft in Tabakas Blechhütte. Die alte Katze nahm es stets als ein gutes Zeichen, wenn ihr sofort eine Schale Milch hingestellt wurde. Miss Rose erkannte auch: Tabaka würde nicht mehr allzu lange leben.
Eines Abends saß Tabaka mit ihrer Enkelin am Feuer. Beide trennten alte Kleidungsreste auf und sammelten verwertbare Stoffreste auf einem Haufen zwischen sich. Ein Schneider kaufte Tabaka diese Kleidungsreste ab und verwendete sie als Flicken.
Miss Rose hatte es sich auf dem Stoffhaufen bequem gemacht und lauschte dem Gespräch zwischen Oma und Enkeltochter.
"Weißt du Safira, in jedem von uns Menschen ...
Hier weiterlesen: Miss Rose: Der Kampf von Licht und Dunkel
Geschichte: Miss Rose und das Wesen der Menschen
Geschichte
Miss Rose und das Wesen der Menschen
Wir schreiben das Jahr 55 nach Christi Geburt. Miss Rose, die unsterbliche Katze, lag zu dieser Zeit tagsüber gerne bei einer alten Weberin, die ihr Handwerk am Rande einer viel begangenen Straße ausübte. Diese führte direkt in eine große Stadt. Wie die Stadt hieß, weiß Miss Rose leider nicht mehr.
Ein Wanderer kam des Weges. Er fragte die alte Weberin: "Seid gegrüßt, ehrenwerte Frau. Sagt: Wie sind die Menschen in der Stadt? Sind es freundliche Zeitgenossen oder muss ich einen schroffen Empfang fürchten?"
"Wie waren sie denn dort, von wo du herkommst?", wollte die Alte wissen.
Hier weiterlesen: Geschichte: Miss Rose und das Wesen der Menschen
Miss Rose, die Krankenschwester und der geheimnisvolle Armreif

Wie Madame Butault und Miss Rose mit der verborgenen Inschrift eines Geschenkes zu ihrem inneren Frieden fanden.
Miss Rose erlebt es als zutiefst zufriedenstellend, dass sie Jahrzehnt für Jahrzehnt immer ausgeglichener wird. Doch auch sie kennt gute und schlechte Perioden. An manchen Tagen erwacht sie voller nervöser Unrast, geplagt von innerer Unruhe und Unzufriedenheit. Dann kann es passieren, dass sie Hals über Kopf ihr momentanes Zuhause verlässt und so lange weiter stromert, bis sie ein neues Heim gefunden hat. Oder sie gerät mit der nächstbesten Katze in einen Streit, der oft erst nach verheerenden Verletzungen auf beiden Seiten ein Ende findet. Katzenleben pur. An eine erfolgreiche Jagd ist an diesen Tagen nicht zu denken - es ist ihr völlig unmöglich, in solcher Verfassung lange Zeit regungslos vor einem Mäuseversteck zu verharren.
Hier weiterlesen: Miss Rose, die Krankenschwester und der geheimnisvolle Armreif
Anekdoten auf blueprints.de
Die Top 7:
Geschichte - Till Eulenspiegel auf Wanderung
Der Schalk Till Eulenspiegel auf Wanderung
Till Eulenspiegel befindet sich mit ein paar Weggefährten auf einer langen Wanderung. Stundenlang geht es bergauf und bergab. Während seine Gefährten auf den schweißtreibenden Anstiegen immer nur so vor sich hin stöhnen, ist Till fröhlich, glücklich und entspannt. Wenn es dann bergab geht, verhält sich die Sache genau umgekehrt. Die Freunde lachen, freuen sich, dass die Füße fast wie von selbst laufen - dafür schaut Till grimmig, fast traurig drein! So geschieht es, Aufstieg für Aufstieg, Abstieg für Abstieg!
Hier weiterlesen: Geschichte - Till Eulenspiegel auf Wanderung
Charles Darwin - Ehe Pro und Contra
Die witzige Liste
Charles Darwin - Ehe Pro und Contra
Der britische Naturforscher Charles Darwin (* 12. Februar 1809 in Shrewsbury; † 19. April 1882 in Down House/Grafschaft Kent) gilt als Vorreiter der Evolutionstheorie. Sein Hauptwerk ist das Buch "Über die Entstehung der Arten".
Darwin soll zu Lebzeiten im Alter von 29 Jahren (1838, zwei Jahre nach seiner mehrjährigen Schiffsreise auf der Beagle) eine Liste erarbeitet haben, auf der er die Pros und Contras zum Heiraten notiert hat. Er machte dazu zwei Spalten, in denen er die Gründe für und gegen das Heiraten (pros and cons of marriage) notierte:
Hier weiterlesen: Charles Darwin - Ehe Pro und Contra
Albert Einstein - Mantel des Gelehrten
Albert Einstein gilt als einer der bedeutendsten theoretischen Physiker der Wissenschaftsgeschichte und weltweit als bekanntester Wissenschaftler der Neuzeit. Folgende Anekdote wird von ihm berichtet:
Eines Tages traf Einstein auf der Straße einen Bekannten. Dieser sagte: "Herr Einstein, Sie sollten sich unbedingt einen neuen Mantel kaufen!"
Einstein: "Weshalb denn? In dieser Stadt kennt mich doch keiner."
Hier weiterlesen: Albert Einsteins Mantel
Anekdoten über Albert Einstein
Albert Einstein, der Inbegriff des genialen Wissenschaftlers, hat nicht nur mit seiner Relativitätstheorie die Physik revolutioniert, sondern auch mit seinem einzigartigen Charakter und seiner Sichtweise auf die Welt bleibende Spuren hinterlassen. In diesem Artikel tauchen wir in weniger bekannte Geschichten aus Einsteins Leben ein, die seine menschliche Seite beleuchten. Von heiteren Begegnungen auf hoher See bis zu tiefgründigen Gesprächen über die Grenzen von Wissenschaft und Religion - begleite uns auf eine Reise durch anekdotenreiche Momente, die Einsteins Persönlichkeit von einer anderen Seite zeigen.
Hier weiterlesen: Anekdoten Albert Einstein
Churchill und Lady Nancy Astor
Churchill und Lady Nancy Astor
In der Biografie der Lady Nancy Astor, die als erste Frau in das britische Parlament einzog, findet sich folgende erheiternde Erinnerung an ihre Streitgespräche mit Churchill.
Boshaft sagte sie zu dem damaligen Marineminister: "Wäre ich Ihre Frau, Mister Churchill, so würde ich Ihren Kaffee vergiften!"
Darauf Churchill:
Hier weiterlesen: Churchill und Lady Nancy Astor
Sokrates und der Schwätzer
Ein Schwätzer wollte vom großen Philosophen und Lehrmeister Sokrates die Kunst der Rede lernen. So brach er nach Athen auf, um sich ein Angebot von Sokrates unterbreiten zu lassen.
Einige Zeit später stand er vor dem griechischen Philosophen und schaute verdutzt auf das Angebot des Sokrates.
Hier weiterlesen: Sokrates und der Schwätzer
Niels Bohr – Anekdote über den schlagfertigen Problemlöser
Niels Bohr war ein dänischer Physiker und erhielt 1922 den Nobelpreis für Physik. Er hatte nicht nur großen wissenschaftlichen Verstand, sondern war auch sehr schlagfertig. Eines Tages bekam er Besuch von einem Kollegen. Dieser bemerkte, dass über dem Eingang zum Haus ein Hufeisen hing.
Der Besucher war erstaunt und fragte: "Sie, Herr Prof. Bohr, und ein Hufeisen. Glauben Sie etwa im Ernst daran?"
Bohr soll geantwortet haben: "Selbstverständlich nicht. Aber es soll auch dann helfen, wenn man nicht daran glaubt!"
Hier weiterlesen: Niels Bohr Anekdote
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blueprints-Geschichten-Buch: Was wiegt dein Leben?
In eigener Sache

blueprints-Geschichtenbuch: Was wiegt dein Leben?
Ob der Indianer am Lagerfeuer, der Philosoph in der Wandelhalle an seine Schüler oder die Oma an ihre Enkel. Seit Jahrtausenden geben Völker ihr Wissen in Geschichten weiter.
Zu kaufen: hier auf Thalia.de oder hier auf Amazon.
Hier weiterlesen: Was wiegt dein Leben?
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blueprints-Buch: Humoriges und Nachdenkenswertes der Jahrhunderte
In eigener Sache

blueprints-Anekdotenbuch: Humoriges und Nachdenkenswertes der Jahrhunderte
Wie nützlich Anekdoten doch sind. Lockere mit ihnen ernste Themen auf - oder bringe andere zum Lachen - zeige Probleme aus neuen Perspektiven. Nutze die Kurzgeschichten für deine Argumentation in Gesprächen und belebe deine Sprache und dein Schreiben damit.
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Hier weiterlesen: blueprints Anekdotenbuch
O komm mit mir aus dem Gewühl der Menge
Aus Rauch und Qualm und tobendem Gedränge,
Zum stillen Wald,
Dort wo die Wipfel sanfte Grüße tauschen,
Und aus der Zweige sanft bewegtem Rauschen
Ein Liedchen schallt.Dort zu dem Quell, der durch die Felsen gleitet
Und dann zum Teich die klaren Wasser breitet,
Führ' ich dich hin.
In seinem Spiegel schau die stolzen Bäume
Und weißen Wolken, die wie sanfte Träume
Vorüber ziehn.

Die Kirchturmglocke
schlägt zwölfmal Bumm.
Das alte Jahr ist wieder mal um.
Die Menschen können sich in den Gassen
vor lauter Übermut gar nicht mehr fassen.
Sie singen und springen umher wie die Flöhe und werfen die Mützen in die Höhe.
John Maynard!
"Wer ist John Maynard?"
"John Maynard war unser Steuermann,
aushielt er, bis er das Ufer gewann,
er hat uns gerettet, er trägt die Kron,
er starb für uns, unsre Liebe sein Lohn.
John Maynard."
Letzter Versuch (von Ada Christen)
Ich habe mich zu erhängen gesucht:
Der Strick ist abgerissen.
Ich bin in's Wasser gesprungen:
Sie erwischten mich bei den Füßen.Ich habe die Adern geöffnet mir:
Man hat mich noch gerettet.
Ich sprang auch einmal zum Fenster hinaus:
Weich hat der Sand mich gebettet.Den Teufel! ich habe nun alles versucht,
Woran man sonst kann verderben -
Nun werd' ich wieder zu leben versuchen:
Vielleicht kann ich dann sterben.
Ada Christen (1839 - 1901), österreichische Schriftstellerin

Gedicht von Joachim Ringelnatz
Ich bin so knallvergnügt erwacht.
Ich klatsche meine Hüften.
Das Wasser lockt. Die Seife lacht.
Es dürstet mich nach Lüften.
Ein schmuckes Laken macht einen Knicks
Und gratuliert mir zum Baden.
Zwei schwarze Schuhe in blankem Wichs
Betiteln mich "Euer Gnaden".
Aus meiner tiefsten Seele zieht
Mit Nasenflügelbeben
Ein ungeheurer Appetit
Nach Frühstück und nach Leben.
wintermondbleiche
opulentes
farbgenie
der
retroweiblichkeit
der
kummerpigmentierung
der
nachtblüten
augen
blickblitzreflexion
und
luxusunternehmen
zurück
du
nie mehr du
aus der meisterhand
hier
und jetztzukunft
ein farbduftrausch
copyright2012gabrieljuin
Das Rilke Gedicht - Du musst das Leben nicht verstehen
Du musst das Leben nicht verstehen,
dann wird es werden wie ein Fest.
Und lass dir jeden Tag geschehen
so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen
sich viele Blüten schenken lässt.
Mein Kind, es sind allhier die Dinge,
Gleichviel, ob große, ob geringe,
Im Wesentlichen so verpackt,
Dass man sie nicht wie Nüsse knackt.
Spaghetti | Gedicht von Joachim Ringelnatz
Nur eins von tausend Engelein
Stehe mir ausnahmsweise jetzt bei.
Denn die Spaghetti - Schlänglein
Entklitschen immer dicht vorm Mund.
Und das sieht aus wie Schweinerei
Und sticht die ganze Zunge wund.
Und ich bin doch hier feiner
Kaufleute Gast und schaufle schon
Zwei Stunden rum an der Portion
Und sie wird gar nicht kleiner.
aus Taschenkrümel,1922, Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)

Überall ist Wunderland.
Überall ist Leben.
Bei meiner Tante im Strumpfenband
Wie irgendwo daneben.Überall ist Dunkelheit.
Kinder werden Väter.
Fünf Minuten später
Stirbt sich was für einige Zeit.
Überall ist Ewigkeit.Wenn du einen Schneck behauchst,
Schrumpft er ins Gehäuse,
Wenn du ihn in Kognak tauchst,
Sieht er weiße Mäuse.
loslassen
die honigblume
süsse beaut
seidenzart
verwöhnt von zimt und leder
mitten in der hast mit mir
selber in berührung
im apfellied im
liebevollen
anti-ageing
mich selber neu erfinden als
umbrafarbener
schneezauber
mitten aufs meer geworfen
einen moment lang
wellengelächter
dann
regentropfengesang
mein mund ist
bereit
die sonne zu schlucken und
farben und
worte
und
stille
copyrightgabrieljuin
Nichts Lieberes gibt es, was Ännchen mag,
Als lesen und lesen den ganzen Tag.
Die schwierigsten Wörter liest glatt sie und nett,
Wie Skagerrak, Skizze, Skunks und Skelett,
Wie Mittwochsnachmittagskaffeekränzchen
Und Sonntagsabendvergnügungstänzchen,
Wie Dudelsackspfeifenmachergeselle
Und Pferdeeisenbahnhaltestelle!
Das macht ihr viel Freude, und gern liest sie vor
Dem Lenchen, dem Karo, die beide ganz Ohr:
Schöne Geschichten und Sagen und Märchen
Vom Zimperlieschen und Siebenhärchen,
Prinzessin Zitrinchen und Tüpfel, dem Zwerg,
Und von dem herrlichen Pfannkuchenberg
Ich glaube, ich glaube, wenn's immer so bleibt,
Dass sie noch mal selber Geschichten schreibt.
(Aus "Neues Glockenspiel", 1893)
Heinrich Seidel, deutscher Ingenieur und Schriftsteller, * 1842, † 1906
Weihnachten
Liebeläutend zieht durch Kerzenhelle,
mild, wie Wälderduft, die Weihnachtszeit.
Und ein schlichtes Glück streut auf die Schwelle
schöne Blumen der Vergangenheit.
Hand schmiegt sich an Hand im engen Kreise,
und das alte Lied von Gott und Christ
bebt durch Seelen und verkündet leise,
dass die kleinste Welt die größte ist.
Joachim Ringelnatz (1883 - 1934)

